Alpen 2010

Piwi ist in die Schweiz ausgewandert, es gibt also keine Piwi Ausfahrten mehr. Das schon vor Jahren von ihm versprochene Grillen auf seinem Balkon hat auch noch nicht stattgefunden. Also machten wir, Stefan, Matze, Mani und ich, uns auf den Weg Piwi auf seinem neuen Hausberg zu besuchen. Da der schönste Weg nicht der direkte ist wollten wir in einem Bogen über Reschen Paß, Stilfser Joch, Livigno, St. Moritz, Lago Maggiore und die Schweizer Pässe zu ihm fahren.

Gefahrene Strecke

Bilder

Bericht

Tag 1 – Anfahrt

Waiblingen – Pflach (233 km)

Da wir beruflich bedingt in alle Winde verstreut waren, haben wir uns in Ulm getroffen. Überraschenderweise waren alle pünktlich. Nur Manis Banane wollte nicht anspringen und musste angeschoben werden, was ziemlich schweißtreibend war. Wir sind auf direktem Weg über die Autobahn nach Pflach gefahren. Die Vorfreude auf das Riesenschnitzel war bei allen groß und die Gesichter ziemlich lang als an der Tür zum Gasthof Schwanen „Heute Ruhetag“ stand. Zimmer haben wir trotzdem bekommen. Die Michels die Suite, die Schulzens die Abstellkammer. Der Wirt empfahl uns 70 m weiter zum Alpenblick zum Essen zu gehen. Um 21:15 waren wir dort, nur um zu erfahren, dass es nur bis 21 Uhr etwas zum Essen gibt und die Küche schon geputzt sei. Unser Wirt vom Schwanen war dann so nett uns mit dem Jaguar nach Breitenwang zum Essen zu fahren. Erneut hat er sich als sehr entgegenkommend gezeigt, der Grund warum wir nicht zum ersten mal hier sind. Es war eine gute Entscheidung heute schon die die Anfahrt an die Alpen gemacht zu haben. Morgen geht es richtig los und gleich mit dem ersten Pass. Das Wetter ist auch viel versprechend.

Tag 2 – Reschen und Stilfser

Pflach – Livigno (261km)

Pause am Reschensee

Pause am Reschensee

Wir werden so langsam gediegen. Eine Tagesetappe von 261 km mit vielen langen Pausen. Früher hätten wir das belächelt. Dafür haben wir am Reschensee mit dem Gasthaus Schlössl am See eine tolle Bleibe gefunden. Wir waren zwar nur zum Mittag dort, ich bin mir aber sicher, dass ich für eine Übernachtung wieder kommen werde. Selbstredend waren wir auch auf einen Abstecher zum Tanken in Samnaun. Die 48 Kehren zum Stilfser Joch hoch waren auch mal wieder nett, aber lange nicht mehr so beeindruckend wie wir sie früher empfunden haben. Oben ist immer noch alles beim Alten.

Stilfser Joch

Stilfser Joch

Am Stand gibt es Wurst mit Sauerkraut und ich glaube es ist immer noch der gleiche Verkäufer wie vor 10 Jahren. Auf der Südseite runter Richtung Bormio hat es einige male leicht geregnet. Ein richtig heftiger Regenschauer hat uns dann kurz vor Livigno erwischt. Wir sind in einer Galeria stehen geblieben und haben gewartet bis es vorbei ist. Wir waren uns einig, dass es wirklich nett ist so was extra für Motorradfahrer zu bauen. 🙂

Livigno

Livigno

In Livigno sind wir erst mal in eine Eisdiele und haben uns mit leckerem Eis in die Liegestühle auf der Sonnenterrasse gelegt. Nach einem kurzen Nickerchen haben wir uns ein Quartier gesucht und anschließend auf den Weg zur Pizza gemacht. Leider hatte die von uns bevorzugte Pizzeria Ruhetag, schon wieder nicht das Essen auf das wir uns gefreut haben. Abends gab es noch eine Runde UNO mit genug dummen Sprüchen für ein ganzes Jahr.

Tag 3 – zum Lago Maggiore

Livigno – Cannobio (256 km)

Splügen Pass

Splügen Pass

Heute Morgen haben wir in Livigno erst mal eine Shopping Tour gemacht, anschließend noch vollgetankt und dann ging es auf die ersten Pässe. Der Majola Pass hat uns so gut gefallen, dass wir umgedreht haben und ihn gleich nochmal hoch gefahren sind. Auf dem Splügen Pass haben wir uns mal wieder eine längere Zeit in Liegestühle gesetzt und die Sonne genossen. Auf jeden Fall kam heute bei den vielen Kehren jede Menge Pässe-Spaß auf.

Splügen Pass

Splügen Pass

Das letzte Stück zum Lago Magiore war dafür weniger gut. Es war heiß, Autobahn, Verkehr und dann noch ein ewig langer Tunnel in dem man fast eine Kohlenmonoxid-Vergiftung bekommen hat. In Cannobio haben wir direkt den Strand aufgesucht und uns ins erfrischende Nass gestürzt. Nach der Quartier-Suche sind wir nach dem ersten Eis in eine Pizzeria an den See. Die Auswahl war groß, wir haben die mit der hübschesten Kellnerin gewählt. Nach der Pizza gab es dann noch das zweite Eis und das Fußballspiel.
Anmerkung am Schluss: Stefan ist fast umgestimmt eine F 800 GS zu kaufen. Der Plan: 4 für 40, mal sehen ob daraus was wird.

 

Tag 4 – zu Piwi

Cannobio – Steinerberg (284 km)

Schweizer Pässe

Schweizer Pässe

Der Tag begann mit einem Highlight. Die Sp 75 von Cannobio nach Domodossola. Wir wurden jedoch von Verkehrsüberwachung und nasser Straße zur Zurückhaltung gezwungen. Auf den Schweizer Pässen war deutlich mehr los, man hat gemerkt, dass Wochenende ist. Der Simplon hat trotzdem sehr viel Spaß gebracht. Auf den sehr gut ausgebauten Straßen sind wir sehr gut vorangekommen. Wir haben dann kurzerhand beschlossen zusätzlich über den Grimsel und den Susten zu fahren. In den Tälern war es allerdings extrem heiß. über 30 Grad, da waren die 25 Grad auf 2000m sehr angenehm. Das letzte Stück zu Piwi haben wir auf der Autobahn zurückgelegt. Von Piwi und Iris wurden wir liebevoll empfangen.

tolle Aussichten bei Piwi

tolle Aussichten bei Piwi

Wir waren begeistert von seinem neuen Hausberg und der tollen Aussicht ins Tal. Das gigantische 4:0 von Deutschland gegen Argentinien haben wir bei Piwi mit dem Beamer auf der privaten Großleinwand gesehen. Jetzt gibt es noch ein schönes Siegergrillen und das Austauschen von Erinnerungen mit Piwi und Iris. Vollendet haben wir den Tag mit einem sehr schönen Spieleabend den der ein oder andere im Siegeseifer doch sehr ernst genommen hat 🙂  Der Abend war dann auch die offizielle Gründungssitzung des Frei Angler Vereins.

Tag 5 – Heimfahrt

Steinerberg – Waiblingen (330 km)

tolle Aussichten bei Piwi

tolle Aussichten bei Piwi

Also was Piwi und Iris aufgetischt haben ist konkurrenzlos. In keiner Unterkunft wurden wir so verwöhnt wie hier. Das Frühstück war gigantisch, was nicht nur an der tollen Aussicht lag. Allerdings offenbarte der Blick viele Wolken und auch die Wetteraussichten sprachen von Regen und Unwetter in Süddeutschland. Wir verabschiedeten uns von Piwi und Iris und machten uns auf den Heimweg. Wir werden wieder kommen, versprochen. Zunächst fuhren wir auf kleinsten Straßen Richtung Zürich See. Kleinsten ist dabei absolut wörtlich zu nehmen. Ohne Navi hätte ich wahrscheinlich längst umgedreht oder mich gefragt ob das noch eine öffentliche Straße oder ein Wanderweg ist. Unsere beiden Straßenfahrer musste auch ein kurzes Stück Schotter in kauf nehmen. Das Wetter spielte auch mit und an einem schönen Aussichtspunkt auf den Zürich See verabschiedeten wir uns von Stefan der sich über Basel auf den direkten Heimweg machte. Matze, Mani und ich begaben uns auch auf die Autobahn Richtung Deutschland. Kurz vor der Grenzen vielen die ersten Regentropfen. Es hörte wieder auf und wir fuhren in Deutschland noch etwas Landstraße. Allerdings fing es immer wieder an zu Regnen und die Straßenverhältnisse änderten sich laufend. Da rundherum nur dunkle und bedrohliche Wolken waren nahmen wir wieder die Autobahn um auf dem schnellsten Weg nach Hause zu kommen. Bei einem extrem heftigen Regenschauer suchten wir Schutz bei einer Tankstelle. Ein Unfall und Stau ließ uns noch auf die Bundesstraße ausweichen, schließlich kamen wir gut zu Hause an.

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Veröffentlicht unter Motorradtour, Reisebericht

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