Am Ende von Europa angekommen

Der restliche Weg durch die Pyrenäen zum Atlantik. Die Fahrt durch Spanien nach Portugal und durch Portugal zum Cabo da Roca. Ankunft am westlichsten Ende des europäischen Festlandes sowie die Weiterfahrt zum südlichsten Punkt von Europa und dem Besuch von Gibraltar.

Den halben Tag das schlechte Wetter in den Pyrenäen im Hotel auszusitzen hat sich bezahlt gemacht. Am nächsten Tag war keine einzige Wolke am Himmel. Als erstes ging es gleich über den Col d’Aspin, bekannt aus der Tour de France.

Col d'Aspin
Col d'Aspin
Col d'Aspin

Col d'Aspin

Der darauf folgende Col Tourmalet war gesperrt. Die Absperrung war aber provisorisch und ich konnte drum herum fahren. So hatte ich den Pass für mich alleine. In der vorletzten Kehre vor der Passhöhe ging es erst mal nicht weiter. Ein Schneepflug räumte gerade einen Berg von Schnee aus der Kehre.

Col Tourmalet

Col Tourmalet

Ich fragte den Fahrer ob man weiter fahren könnte. Er meinte die Strasse sei wegen Schnee gesperrt, mit dem Motorrad könnte ich es aber versuchen. Gesagt getan und es kam kein Schnee mehr.

Col Toumalet

Col Toumalet

Später kam noch der Col d’Aubisque der auch gesperrt war. Die Absperrung war aber unüberwindlich.

Col d'Aubisque gesperrt

Col d'Aubisque gesperrt

Ansonsten zeigten sich die französischen Pyrenäen mit schönen Dörfern und malerischer Landschaft.

Rathaus in den Pyrenäen

Rathaus in den Pyrenäen

Pyrenäen Vorland

Pyrenäen Vorland

Der letzte Pass vor der Küste war die Grenze zu Spanien. Ich hätte gar nicht gemerkt, dass ich in Spanien bin, wenn da nicht das Schild gewesen wäre, das anzeigte wie schnell man auf welcher Strasse fahren darf. Als ich nochmal kurz nach Frankreich kam, wurde mir der Unterschied klar. In Spanien sind die Strassen viel besser und der Sprit kosten 1,38. Schließlich kam ich an der Atlantikküste an und fuhr zum Cap Higer.

Cap Higer
Cap Higer

Cap Higer

Damit hatte ich die Pyrenäen vom Mittelmeer bis zum Atlantik auf der Nordseite durchquert. Es war furchtbar an der Küste, zugebaut, viel los und lauter Autobahnen. Das sollte sich aber bald ändern. Auf der 120 fuhr ich schließlich wieder ins Gebirge und was für eins. Es sah aus wie in Utah oder Arizona nur eben grün und bewaltet, eine atemberaubende Landschaft.

Berge wie in Utah

Berge wie in Utah

Dazu diese geniale Strasse 120 mit perfektem Asphalt und schönen Kurven, die mich in das Gebiet La Rioja führte.

Weinregion

Weinregion

Im Gegensatz zur Küste war weiter im Landesinneren nichts mehr los. Es gab noch ein Stück, bei dem ich viele Wanderer und Radfahrer sah. Ich vermute es waren Pilger und ich bin ein Stück an einem Pilgerweg entlang gefahren. Jedes Dorf hatte einen Prachtbau von Kirche….

Imposante Kirchtürme

Imposante Kirchtürme

…und gegenüber auf der anderen Strassenseite andere Prachtbauten.

moderner Bau

moderner Bau

Ansonsten war man meist auf perfekt asphaltierten Strassen alleine unterwegs.
Seit der Küste stieg das Thermometer nicht mehr über 17 Grad und das sollte in Spanien auch so bleiben. Als ich morgens um 7:30 aus dem Zelt kam, hatte es schlanke 2 Grad. Um 9:30 bei der Abfahrt gerade mal 10 Grad. Bis Portugal machte ich erst mal Strecke, da es keine besonders sehenswerten Landschaften oder kurvenreiche Strassen mehr gab. Es ging meist durch Getreidefelder gerade aus.

keine Kurven in Sicht

keine Kurven in Sicht

In Portugal änderte sich so einiges. Es hatte plötzlich 32 Grad, der Sprit kostete 1,68, ich habe eine Stunde wegen der Zeitverschiebung gewonnen und es gab wieder Kurven und Berge. Und was für Kurven, zum schwindelig werden. Ich wusste nicht, dass es in Portugal so schöne Berge gibt. Auf einem Stück bewegte ich mich auf 30 km Wegstrecke gerade mal 10 km Luftlinie vom Ausgangspunkt weg.

Berge in Portugal
Berge in Portugal

Berge in Portugal

Schwieriger war es Lebensmittel und Wasser zu kaufen. Bars gab es jede Menge, aber keine Supermärkte. Dafür waren tolle Ausblicke und eine grandiose Landschaft der Wegbegleider.

Naturpark in Portugal
Naturpark in Portugal

Naturpark in Portugal

Als ich über einen Berg kam und auf die andere Seite blickte bekam ich einen Anblick der Sonderklasse. Ich war über den Wolken, die Westseite des Berges war wolkenverhangen.

Über den Wolken Portugals

Über den Wolken Portugals

Der Weg bis zum Cabo da Roca war dann ein guter Mix aus Strecke machen und kurvenreichen Strassen. Der Atlantik kündigte sich wieder mit einem kalten Wind an. Am Cabo da Roca selbst war viel los, vor allem Chinesen.

Cabo da Roca
Cabo da Roca
Cabo da Roca

Cabo da Roca

Wenigstens war hier, im Gegensatz zum Nordkap, gutes Wetter. Nun bin ich so weit nach Westen gefahren, wie man es auf dem europäischen Festland kann. Da das Ganze Kurs Süd-West heisst, fuhr ich direkt nach Süden weiter.
Zunächst fuhr ich ein kleines Stück an der Küste entlang. Lissabon und Seveilla habe ich auf der Autobahn umfahren. Auf einem Teilstück kam ich durch so was wie die Storchen Alee. Auf jedem Strommast der neben der Strasse stand, war ein Storchen-Nest und das über mehrer Kilometer. Ab Seveilla hatte ich Wind, natürlich meist von der Seite, dass es mich fast vom Moped geweht hat. Es ging wieder meist gerade aus und die Landschaft bot nichts besonderes. Bis ich in die Region von Cadiz kam. Es wurde hügelig und die Hügel boten ein interessantes Farbenspiel.

Farbenspiel in Spanien

Farbenspiel in Spanien

Und es ist alles voll mit Windkrafträdern, ein Zeichen, dass das mit dem Wind hier normal ist. Man könnte meinen, die wollen hier halb Spanien mit Strom versorgen.

Windkrafträder in Spanien

Windkrafträder in Spanien

Schließlich bin ich am südlichsten Punkt angekommen.

Südlichster Punkt von Europa

Südlichster Punkt von Europa

Kein Touri Magnet, einfach nur das südliche Ende von Europa, links das Mittelmeer und rechts der Atlantik.

Steg zwischen Atlantik und Mittelmeer

Steg zwischen Atlantik und Mittelmeer

Sowie einem Blick über die Meerenge von Gibraltar nach Afrika.

Meerenge von Gibraltar

Meerenge von Gibraltar

Und dann natürlich Gibraltar selbst, der Felsen vor Spanien der zu Großbritanien gehört.

Gibraltar

Gibraltar

An der Südspitze von Gibraltar

An der Südspitze von Gibraltar

und very british hat es natürlich geregnet und wie, es war aber genau so schnell wieder weg, wie es gekommen ist. Spannend war der Grenzübergang, nicht nur dass die Eurozone verlassen wird, nein, es gab richtige Zoll- und Ausweiskontrollen. Und wie es da zu ging, eine ewig lange Autoschlange. Ich hab mich schon gefragt, ob ich an der Grenze zu Marokko bin, da ging es ähnlich zu. Zum Glück fand ich einen Weg an den Autos vorbei und war relativ schnell drin. Witzig ist auch, dass man über die Landebahn des Flughafens fährt. Kommt ein Flugzeug, geht die Schranke runter, wie beim Bahnübergang. Bei der Ausreise waren wieder irre Kontrollen.

Damit bin ich am westlichen und am südlichen Ende von Europa angekommen.

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Veröffentlicht unter Kurs Süd-West, Motorradtour
6 Kommentare auf “Am Ende von Europa angekommen
  1. avatar Mathias Graf sagt:

    Hey Marco, Danke für Deinen Bericht und die eindrucksvollen Bilder. Bin gespannt wie es weitergeht. Viel Spaß

  2. avatar Harald sagt:

    Hallo Marco

    schön daß Du wieder unterwegs bist.
    Hast Du wenigstens die Zeit genutzt und am Cabo die letzte Bratwurst vor Amerika probiert 🙂
    Die Pyrenäen sind auch mein bevorzugtes Revier , leider
    aber soweit weg ……
    Hab noch eine gute Zeit und pass auf Dich auf.

    Bis Denne

    Gruss
    Harald und Doro

  3. avatar Uwe sagt:

    Hallo Marco, sieht nach sehr viel Spass aus und weiterhin gute Fahrt cu Uwe

  4. avatar Hans L. sagt:

    Scheint du stehts auf die Pyrenäen?! Im Ordesa-Nationalpark, den du gestern gestreift hast, war ich auch schon. Genial!!! Wo sind die Bilder? Falls Du einen Tipp brauchst für Südfrankreich – da kenn ich mich aus.

    Viel Spaß noch

    Hans

  5. avatar Smi sagt:

    Hallo.
    Habe den Bericht gelesen. Toll.
    Wir starten im April 2017 zu unserer Cabo da oca – Tarifa Tour.
    Gruß
    Smi

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