Ausserirdische Einflüsse

Begegnung mit Ergebnisse und Installationen durch ausserirdische Einflüsse, offroad Passagen, Gewitter und die lange Fahrt über die lange Gerade.

Nachdem ich mir die Sehenswürdigkeiten im Norden Arizonas an der Grenze zu Utah angesehen hatte, fuhr ich direkt nach Süden in Richtung Phoenix. Hier überraschte mich Arizona zum ersten mal, Regenwolken! Die Regenfälle waren aber lokal begrenzt, ich bin knapp dran vorbei und hab nur einige Tropfen abbekommen.

Meteoriten Krater

Beim Meteoriten Krater habe ich einen Stopp eingelegt. Der Krater in Arizona ist die weltweit am besten erhaltene Einschlagstelle eines Meteoriten. Er ist vor ca. 50.000 Jahren eingeschlagen. Dieses große Loch, in das 20 Fussballfelder passen, ist innerhalb von 10 Sekunden entstanden. Nicht auszumalen, was los ist, wenn so etwas wieder passiert, etwa über besiedeltem Gebiet. Aber das ist nur eine Frage der Zeit.

Vom Krater wollte ich eine Abkürzung zur 87 nach Phoenix nehmen und bin auf die Schotterpiste, die vom Krater direkt nach Süden führt. Das war zunächst eine gute Idee. Gut präpariert, mit etwas Waschbrett, über das man aber bequem mit 80 km/h fahren konnte. Dann kam ein Warnschild, dass die Piste durch Waldbrände beschädigt ist. Und das war keine Übertreibung, für die letzten 8 km hab ich länger gebraucht als für die ersten 40 km. Es war teilweise extrem felsig, die Piste war ausgewaschen oder komplett weggebrochen. An einem Anstieg dachte ich schon, ich muss die Gepäck-Rolle und die Koffer abmachen um überhaupt eine Chance zu haben weiter zu kommen. Irgendwie hab ich es dann aber doch geschafft.

Schotter-Piste

Erd-Piste

letzte Warnung



Dafür war dann die 87 eine weitere Überraschung von Arizona – Berge und Wälder, das hätte ich hier  nicht erwartet. Aber es hatte über 30 Grad Celsius, ich war von dem offroad Stück klatsch nass geschwitzt, und so bin ich in ein Motel.

Saguaro Kaktus

Am nächsten Tag kam ich über einen Pass und plötzlich waren die Bäume weg und dafür standen überall die Saguaro Kakteen, das Wahrzeichen von Arizona. Vom Apache Junction, östlich von Phoenix, ging es direkt auf den Apache Trail (State Route 88). Eine wunderschöne, kurvige Strecke, durch die Berge, gesäumt von Kakteen. Sie ist größtenteils nicht asphaltiert.

Apache Trail

Apache Trail


Ab dem Theodore Roosevelt Lake ging es auf 288 (Desert to Tall Pines Road). Auch hier sind einige Abschnitte nicht asphaltiert und mit Waschbrett durchsetzt. Und diese Strasse macht ihrem Namen alle Ehre. Sie führte mich aus den nord-östlichen Ausläufern der Sonora Wüste in eine andere Welt. Wieder kam ich über einen Pass und schlagartig waren die Kakteen weg und ich befand mich in einem Nadelwald. Auch die Temperaturen sind deutlich gesunken.

Karl G. Jansky Very Large Array

Morgens hatte es gerade mal 14 Grad Celsius, tags zuvor hatte es um die selbe Zeit schon 30 Grad Celsius. Dieser häufige und starke Temperaturwechsel hat dafür gesorgt, dass ich mir einen ordentlichen Schnupfen geholt habe. OK, ich war auch wieder auf einer Höhe von 2.300 Meter. Auf dem Weg nach New Mexico blieb ich auf dieser Höhe. Die grünen Bäume wurden bald durch grün-braunes Steppengras abgelöst und es ging meist geradeaus. Die einzige interessante Abwechslung war ein weiterer ausserirdischer Einfluss, eine ganze Reihe von Radioteleskopen in New Mexico, dem  Karl G. Jansky Very Large Array.
Und auch hier wieder bedrohliche Regenwolken, ich bin aber wieder drum herum gekommen. Also in den Wüstenstaaten Arizona und New Mexico hätte ich nicht erwartet, dass ich mit Regenwolken konfrontiert werde.

Der nächste ausserirdische Einfluss war Roswell, eine kleine Stadt in New Mexico, in der ein UFO abgestürzt sein soll. Ich dachte die Stadt sei völlig Alien-Verrückt. Aber es hielt sich in Grenzen. Ein Museum, ein paar Souvenir-Läden und Geschäfte, die das Thema Alien für die Aufmachung nutzten. Aber es war nicht viel.

Strassenlaterne Rodswell

Roswell


Gewitter

Texas begrüßte mich dann mit einem heftigen Gewitter. Vor mir war eine schwarze Wand und Blitze zuckten auf den Boden. Das sieht schon bedrohlich aus, wenn man sich in einer total flachen Steppe befindet und der eigene Kopf die höchste Erhebung weit und breit ist. Ich bin lieber stehen geblieben und hab das Gewitter vor mir vorbei ziehen lassen. Nach 45 Minuten konnte ich weiter, allerdings hatte der nächste Ort kein Übernachtungsmöglichkeit. Also weitere 50 km gerade aus. Und da hatte ich die schwarze Wand mit den Blitzen wieder eingeholt. Ich bin in ein Motel und sah im Wetter Kanal, dass eine Schlechtwetter-Front von Westen nach Osten zieht, genau auf meinem Weg. Morgens hat es geregnet und ich beschloss Strecke zu machen und so weit wie möglich nach Osten zu fahren, in der Hoffnung, dass ich vor die Regenfront komme. Ich war auch bald wieder im Trockenen und hatte die dunklen Wolken im Rückspiegel.
Mal sehen, ob der Regen mich heute Nacht wieder einholt, die Aussichten für Florida sind leider auch nicht so gut.

Pferdekopf-Pumpe

Über Texas gibt es auch nicht viel zu sagen. Es geht gerade aus, es wird Öl gefördert, viel Farmland und Rinder, bisher noch kein einziger Campingplatz und die Texaner sind schwer zu verstehen. Aber es ist wenig los auf den Strassen und es hält gleich jemand an, wenn ich am Strassenrand stehe und fragt, ob alles in Ordnung ist. Das habe ich seit Alaska und Kanada nicht mehr erlebt.

Arizona

New Mexico

Texas

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Veröffentlicht unter Motorradtour, Trans-Nord-Amerika
4 Kommentare auf “Ausserirdische Einflüsse
  1. avatar Micha sagt:

    Verfolge deine Berichte & deine Bilder immer wieder gerne.
    Wie ich sehe,hast du ja schon deine Taucherbrille bereitgelegt ;-).
    Grüße aus Stuttgart
    Micha

  2. avatar Charly sagt:

    Hi Marco,

    jetzt hast Du ja Florida erreicht und ich schätze, dass Du öfters mal nass wirst. Dafür sollte es angenehm warm sein. Nachdem Du viele unterschieldliche Eindrücke hinter Dir hast, bin ich gespannt, was Dich in Florida erwartet. Freue mich schon auf weitere Bilder und Berichte, viele Grüße

    Charly

  3. avatar Vadder sagt:

    Hallo Junger, jetzt, nachdem Du Florida erreicht hast, bist Du ja bald am Reiseziel und kannst die Taucherbrille mit Schnorchel nutzen (soweit die noch i.O. sind)! Freue mich sehr für Dich, dass Alles so gut gelaufen ist und Du sehr viel erleben konntest. Liebe Grüße aus der Heimat
    Vadder

  4. avatar Michael S. sagt:

    Alles einfach nur genial.
    Wirst Du Dich in D überhaupt wieder zuhause fühlen können?
    Ich glaube, hier warten einige auf Dich 😉

    VG Micha

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