Die Seealpen mal anders

Im Sommer 2013 stand wieder die alljährliche Gebrüder Michel und Schulz Ausfahrt an. Das Ziel waren die französischen Seealpen. Und es wurde eine Tour die anders war, als alle Touren vorher, eine Tour die nicht nur im Zeichen von Motorradfahren stand.

Gefahrene Strecke

Die Strecke zum download für Google Earth.

Bilder

Bericht

Schwertransporter

Schwertransporter

Ein Novum war, dass wir nicht mit dem Motorrad angereist sind, sondern mit dem Auto und die Mopeds auf dem Anhänger. In der Woche sind wir nur 860 km Motorrad gefahren und saßen auch nicht jeden Tag auf dem Bock. Eigentlich sollte man glauben, dass bei solchen Rahmenbedingungen die Reifen kein Thema sind, trotzdem mussten wir mehrfach zum Händler und neue Reifen kaufen.

Am Samstagabend verluden wir die Motorräder auf dem Anhänger. Dank dem Probepacken von Mani und Matze, einige Tage zuvor, ging das relativ problemlos. Der E-Klasse Kombi von Matze war bis über das Dach (inklusive Dachbox) vollgeladen. Ein Wunder, dass wir selbst noch Platz gefunden haben. Wobei mein Platzangebot auf der Rückbank, hinter dem 2 Meter großen Matze, recht eingeschränkt war. Wir fuhren die Nacht durch und kamen, ganz zur Überraschung unserer Gastgeberin, am Morgen in unserem Quartier bei Sospel an.

Kurvenrausch Seealpen

Kurvenrausch Seealpen

Sie besorgte uns ein kleines Frühstück und kochte Kaffee. Die Unterkunft war ein kleiner Reiterhof außerhalb von Sospel. Es war grün, ruhig und sehr gemütlich. Wir fuhren erst mal nach Menton an den Strand und holten jede Menge Schlaf nach. Ganz tatenlos wollten wir aber nicht sein und drehten am Abend noch eine kleine Runde über den Klassiker Col de Turini, der direkt vor der Haustür lag.

Am Montag ging es als erstes wieder nach Menton, diesmal zum Motorradhändler. Es gab neue  Reifen für Stefan und einen neuen Kublungshebel für Mani, der am Vorabend kaltverformt wurde. Über den Tende fuhren wir Richtung Cuneo und über Demonte nach Isola 2000. Am Tende entdeckten wir eine Rafting Station und fanden auf dem Pass ein nettes Lokal in dem aber nicht jeder von uns ein leckeres Essen bekommen hat. Eigentlich wollten wir zum Bonette fahren, allerdings setzte Regen ein und die Zeit war auch schon recht fortgeschritten. So fuhren wir ab Isola über kleine Strassen zur Unterkunft und kauften Unterwegs noch ein Vesper für den Abend. Matzes GS mutierte zum Panaché Transporter.

Bonette im Nebel

Bonette im Nebel

Am Dienstag fuhr Matze nach Menton um sich auch neue Reifen zu holen. Der Rest blieb im Quartier und lag faul im Liegestuhl. Als Matze zurück war, sind wir mit den Mopeds zum Rafting, das wir tags zuvor entdeckt hatten. Das Rafting hatte einige Überraschungen. Der Guide versuchte mehrmals das Boot zum Kentern zu bringen, was aber nicht immer gelang, da der ein oder andere das Kommando „alle Mann nach Links“ nicht schnell genug umsetzte und so nicht das ganze Gewicht auf einer Bootsseite war. Aber wir wurden noch nass, spätestens beim Sprung von einer 8 m Klippe (ohne Boot). Den Abend verbrachten wir in Ventimiglia in einem Restaurant am Strand.

Kletterspaß auf der Ferrata

Kletterspaß auf der Ferrata

Am Mittwoch stand dann die große Tour über den Bonette auf dem Programm. Leider lag der Gipfel im Nebel und es war absolut nichts zu sehen. Die offroad Strecke vom Bonette direkt zum Cayolle mussten wir wegen Schnee streichen. Aber auch auf Asphalt war der Cayolle  klasse und bot eine traumhafte Landschaft. Ein sehr kleines Sträßchen führt über den Pass, die auf der Nordseite sehr holprig ist, ganz zum Leidwesen der beiden Sportler von Mani und Stefan. Auf dem Rückweg fuhren wir noch durch die Cians Schlucht die mit den roten Felsen sehr sehenswert ist. Allerdings liegen einige Felsbrocken auf der Strasse rum und es ist Vorsicht geboten.

Am Donnerstag fuhren wir mit dem Auto zur Via Ferrata, einem Klettersteig in der Nähe von Tende. Der Einstieg zollte Respekt. Ein Seil führt in 20 m Höhe zu einer senkrechten Felswand, die es 75-100m hoch geht. Hier gibt es kleine Überhänge und eine weitere Einlage über ein Seil mitten in der Felswand. Am Zwischenausstieg haben wir die rote, anspruchsvolle Strecke verlassen und sind über die einfachere weiter zum Gipfel. Die war aber nicht weniger beeindruckend, entlang von Felswänden und über eine Hängebrücke. Das Panorama und besonders die Ruhe dort oben waren sehr erholsam. Den Abend verbrachten wir wieder am Strand.

Col de Braus

Col de Braus

Am Freitag ging es mal wieder nach Menton zum Händler, Mani brauchte diesmal einen neuen Reifen. Wir drehten noch eine kurze Runde über die kleinen Strassen und Pässe in der Nähe des Quartiers. Insbesondere der Col de Braus hatte es uns angetan, der trug seinen Namen zu recht, man konnte so richtig schön brausen :-) Es war allerdings sehr heiß, fast zu heiß. Zu allem Überfluss habe ich mich in einer Kehre auf einer Ölspur abgelegt. Die Stelle war so rutschig, dass wir sogar zu Fuß weggerutscht sind.

Am Samstag packten wir wieder die Mopeds auf den Hänger und machten uns auf Richtung  Heimat.

Unterm Strich war dies eine Tour, die sehr viel Abwechslung bot. Neben dem Motorradfahren, andere Aktivitäten zu unternehmen und viel zu faulenzen war durchaus eine Sache, die wiederholt werden darf.

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Veröffentlicht unter Motorradtour, Reisebericht
3 Kommentare auf “Die Seealpen mal anders
  1. avatar Stefan sagt:

    Hi Marco, cooler Bericht! Ist fast wie ein Kurzurlaub! Hatte nur einen Hinweis auf die „confiture organique“ vermisst :-)

    Gruß Stefan

  2. avatar Helmut Kohls sagt:

    Eine gelungene Tour mit viel Abwechslung, super! Und ein toller Bericht dazu. Habe Mail von Helmut Michel erhalten, mit dem ich schon einige Türchen ins Ries und Richtung Bayern machte von Aalen aus.
    Wir waren mit 5 Bikes Ende September in Agay bei St. Raphael für eine Woche, auch mit Hängern,und haben von dort aus u.a. den Col de Turini, Col de Braus und den Grand Canyon befahren,sehr schöne Strecken
    Nur hatten wir keine Reifenprobleme, alles neu besohlt von zuhause mitgebracht. Oder fahrt ihr so wild, daß nach ein paar km der Schlappen runter ist?
    Die Via Ferrata kenne ich nur vom wegsehen, ist was für Jüngere, macht aber sicher Spaß.
    Bitte noch Info, wer von den Vieren nun der Sohn von H.Michel ist und welches Bike er fuhr.

    Herzliche Grüße, auch an Helmut,

    Helmut

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