Ein Kurztrip nach Süd-Frankreich

Im Juni 2015 bin ich mal kurz über die Vogesen und das Jura nach Süd-Frankreich gefahren. Temperaturen von 6-30 Grad Celsius, Regen und viel Sonne inklusive.

gefahrene Strecke

Die Strecke zum download für Google Earth.

Bilder

Reisebericht

Der Rest meiner Familie machte Campingurlaub auf einem Campingplatz in der Nähe von Montpellier. Ich habe beschlossen, das Zelt auf das Motorrad zu schnallen und auch mal eben vorbei zu schauen. Vadder fuhr ebenfalls mit dem Motorrad runter, allerdings schon etwas früher und nächtigte in festen Unterkünften. Julia musste leider arbeiten und konnte nicht mit. So ging es für mich Samstags, bei nicht all zu gutem Wetter, los.

Tag 1

314 km, 6:54 h unterwegs

Champ de Feu

Champ de Feu

Zunächst ging es von Landau in die Vogesen. Und es war wie so oft, schlechtes Wetter. Es war nass und es war kalt, saukalt. Die Tiefstwerte lagen bei 6 Grad Celsius, über 14 Grad Celsius ist das Thermometer nicht gestiegen. Auf dem Champ du Feu war dann auch noch dichter Nebel, erlebe ich auch nicht zum ersten mal. Irgendwann habe ich beschlossen die geplante Route zu verlassen und das Navi die schnellste Route über die Vogesen nach Süden planen zu lassen. Die Lust ist mir so vergangen, dass ich schon überlegt hatte, in ein Hotel zu gehen. Doch kaum südlich vom Ballon d’Alsace die Vogesen verlassen, kam die Sonne raus und es hatte wieder 18 Grad Celsius. Also doch Camping, wunderbar. Beim packen hatte ich überlegt, ob ich überhaupt etwas langes zum Anziehen mitnehmen soll, es ist ja Sommer und es geht nach Süd-Frankreich. Als ich dann abends vor dem Zelt saß dachte ich, ich hätte besser die Daunen-Jacke mitgenommen.

Tag 2

428 km, 9:16 h unterwegs

An der Doubs

An der Doubs

Nachts hat es geregnet, Morgens war es kühl und bewölkt. Doch je weiter es nach Süden ging, desto wärmer und sonniger wurde es. Es ging weiter durch das französische Jura. Im Doube Tal über größere Strassen die zum lockeren Schwingen einluden. Später kamen dann kleine Straßen, mit so richtigem Flow. Besonders die D XX und D 55 waren klasse. So hatte ich an diesem Tag einen Mix aus engen Kurven und Straßen um Strecke zu machen. Es war aber nie langweilig und landschaftlich schön. Westlich von Grenoble bin ich im Parc National de Vercors auf einen Campingplatz. Hier auf ca. 1000 hm war es auch wieder deutlich kühler als unten im Tal. Nachts musste ich doch mal den Schlafsack zu machen. Abends hatte ich noch ein witziges Gespräch mit einem Franzosen über Motorräder und Reisen. Ich so gut wie kein Französisch, er kein Deutsch und nur gebrochen Englisch. Dafür Italienisch, dass kann ich aber wieder nicht.

Tag 3

448 km, 10:05 h unterwegs

Schlucht im Parc National de Vercors

Schlucht im Parc National de Vercors

Der Tag begann mit einem Paukenschlag. Es ging durch eine irre Schlucht, die kurz nach dem Campingplatz kam. Im Anschluss ging es einen klasse Pass mit schönen Kehren runter. Ich hatte lange nicht mehr so viel Kurvenspaß. Bis Crest war es landschaftlich absolut klasse. Die Gegend von Vercors ist toll. Schöne Schluchten und Flüsse, mit vielen Möglichkeiten zum Wandern, Baden und Kajak zu fahren. Danach gab es eine kurze Durststrecke durch das Rhone Tal. Aber kaum über den Fluss, ging es schon wieder los mit den Kurven. Zunächst auf einer, auf der Karte rot eingezeichneten Strasse. Die habe ich aber bald verlassen und bin auf einer kleinen Straße über einen tollen Pass. Später ging es dann auf super kleinen Straßen weiter. Das waren eigentlich nur geteerte Waldwege. Da lag aber so viel Split und Holz rum, dass ich nicht weiß, ob das als befestigter Weg durch geht. Da ich hier überhaupt nicht vorwärts kam, hab ich irgendwann wieder die schnellste Route zum Ziel Campingplatz bei Montpellier genommen, um überhaupt noch am Abend anzukommen.

Tag 4

Ruhetag auf dem Campingplatz mit meiner Familie. Sonne, Stechmücken, Boule spielen.

Tag 5

423 km, 8:17 h unterwegs

Parc National de Vercors

Parc National de Vercors

Gemeinsam mit Vadder machte ich mich morgens auf den Heimweg. Zunächst ging es an der Küste entlang und an Avignon vorbei auf größeren Straßen um Strecke zu machen. An der Küste gab es viel Seitenwind und jede Menge Flamingos. Wir sind dann nochmal bei Vercors den Pass und die Schlucht gefahren, die mir auf der Hinfahrt schon so gut gefallen haben. Von Süd nach Nord war das noch besser zu fahren. Generell gab es in den Bergen wieder tolle Schluchten, mit schönen Flüssen zum baden und klasse Strecken zum Fahren. Abends bin ich mit Vadder in ein Hotel, da es unkomplizierter war, als ein Hotel und einen Campingplatz zu finden und sich dann wieder irgendwo zum Abendessen zu treffen.

Tag 6

432 km, 8: 34 h unterwegs

Camping unter dem Gr. Ballon

Camping unter dem Gr. Ballon

Wir sind erst nach meinem Navi gefahren. Es ging auf kleineren Strassen an einem See und teilweise an der Rhone entlang. Klasse zum Schwingen. Dann sind wir nach Vadders Navi gefahren und es ging nur noch auf großen Strassen voran. Zum Abgewöhnen. Dafür sind wir schnell nach Norden gekommen. Nach einer Kaffee Pause sind wir ins Desoubre Tal und wieder auf kleine Strassen. Jetzt war auch das Navi von Vadder wieder in der Lage kleine Strassen zu finden. Auch der Übergang vom Jura in die Vogesen, vorbei an Belfort war eine klasse Strecke. Wir sind noch über den Ballon d’Alsace, für den Grand Ballon war es dann aber doch zu spät. Vadder ist auf dem Col du Hunsruck in eine Auberge. 48 Euro pro Person für die Nacht incl. Abendessen und Frühstück. Nicht schlecht. Ich bin weiter in Richtung Grand Ballon auf einen Campingplatz. Es war herrlich, wieder vor dem Zelt zu essen. Und bei 11 Euro kann man sich auch nicht beschweren.

Tag 7

340 km, 7:14 h unterwegs

Lutzelbourg

Lutzelbourg

Morgens habe ich mich mit Vadder auf dem Grand Ballon getroffen. Er ist allerdings gleich weiter gefahren, da er nicht zu spät in Stuttgart sein wollte. Ich habe noch den traditionellen Blaubeerkuchen gegessen. Dabei konnte ich die Sonne und den Blick auf die Alpen genießen. Selten genug auf dem Grand Ballon. Ich bin die Route Cretes nach Norden gefahren. Es lag so viel Rollsplitt, dass sie teilweise als Schotterpiste durch geht. Über Markstein, Col de la Schlucht, Bonnehomme, Marie-Aux-Mines, Col du Steige, Col du Fuecy, Kreuzweg und Le Hohewald ging es Richtung Saverne. An Saveren vorbei habe ich ein schöne Strecke, mit vielen Kurven, gefunden, welche die Vogesen Süd und Nord verbindet. Ich hab noch den Col du Valberg mitgenommen und bin über La Petit Pierre und Wissembourg zurück nach Landau. Die Vogesen mal wieder bei super Wetter mit super Fahrspaß, herrlich.

Fazit

In Summe waren es 2385 km. Meine Reifen sind jetzt komplett platt. Hinten sind die Stollen des Heidenau K60 Scout nur noch zu erahnen . Na ja, eigentlich waren sie schon bei der Abfahrt grenz wertig. Und ich muss feststellen, alleine unterwegs zu sein, macht doch wieder Spaß. Mit Julia wäre es noch besser, aber der Spaß ist auch so wieder da.

Camping Autrans

Camping Autrans

Bei der nächsten Tour möchte ich die Gore Membran mal weg lassen und gegen Wind, drunter ein Softshell anziehen und bei Regen meine Regenjacke drüber ziehen. Damit hätte ich mit der Softshell eine Jacke dabei, die ich Abends auch so anziehen kann und mit der Regenjacke bleiben die Motorradsachen trocken, was beim Campen besser ist.
Und der Kermit-Chair hat sich absolut bewährt. Luxus pur.

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Veröffentlicht unter Motorradtour, Reisebericht

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