Gardasee 2003

Eine Tour im Zeichen von Nebel und Schnee. Eigentlich verrückt Ende Oktober über die Alpen zu fahren. Ich wagte es mit meinem Bruder Manuel, am ersten Tag begleitet von unserem Vater Helmut. Und die kalten Finger wurden belohnt durch leere Strassen und tolle Bilder schneeweißer Berge.

Gefahrene Strecke

Bilder

Bericht

Samstags ging es los von Stuttgart nach Landeck. Schon auf der Schwäbischen Alb zeigte das Thermometer, was uns erwarten sollte. Ziemlich verfroren legten wir deshalb ein Zwangsstop bei Mc Donalds in Ravensburg ein. Trotzdem fiel kurz vor Warth die Entscheidung, den Hochtannbergpass und nicht den Arlbergtunnel zu nehmen. Dies erwies sich als richtige Entscheidung, denn die Temperaturen waren oben auf den Bergen spürbar angenehmer als unten im Tal. So war dann auch die Abfahrt nach Landeck ein weiteres fröstelndes Erlebnis.

Am Reschensee

Am Reschensee

Am Sonntag fuhr Helmut nach Hause, Manuel und ich machten uns weiter auf den Weg nach Italien. Ein kurzer Tankstopp in Samnaun war dabei selbstverständlich. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, wenn auch mit niedrigen Temperaturen, und es gab eine kleine Fotosession am Reschensee, da Manuel die Kirche im See zum ersten mal sah. Er wollte dann auch volles Risiko gehen und über das Stilfser Joch fahren. Ich hatte zwar aufgrund der weißen Berge meine Bedenken, stimmte aber zu. Auch hier war es oben wieder wärmer als unten und die Strasse war leer. Keine Fahrradfahrer, die in den 48 Spitzkehren permanent im Weg stehen, keine Wohnmobile, die die Strasse blockieren. Der Gavia war zwar leider schon zu, aber mit dem Passo d’Aprica gab es eine schöne und schnell zu fahrende Alternative.
Am Gardasee, im Ferienhaus angekommen, war erstmal Holz und Feuer machen und das Haus auf bewohnbare Temperaturen bringen angesagt. Abends ging es dann noch traditionell ins Spaghetti-Haus.

Der Montag war neblig und es regnete in Strömen. Der Einkauf gleichte eher einer Bootsfahrt. Folglich vergnügten wir uns im Haus, vornehmlich mit Holzsägen.

Dienstag war es durchwachsen. Wir fuhren immer den blauen Löchern im Himmel hinterher und mussten dabei das eine oder andere mal umdrehen. An diesem Tag war alles dabei. Regen, dichter Nebel, Hagel und strahlender Sonnenschein. Die Touren führten Richtung Rovereto und Trento.

Stausee Richtung Idro-See

Stausee Richtung Idro-See

Mittwoch gab es dann den Klassiker zum Lago d’Idro und diesmal bei gutem Wetter. Erst beim Aufstieg auf den Monte Tremalzo schlug das Wetter Kapriolen. Die Strasse war furchtbar rutschig und der Berg erwies sich als Wetterschneise. Den Gardasee konnten wir vom Gipfel nicht sehen, da die Ostseite komplett in den Wolken lag. Wir machten dann noch einen kurzen Abstecher über Schnee, Eis und Schotter. Abends ging es noch mal hoch nach Tremosine zu einer phantastischen Pizzeria in einer traumhaften Schluchten-Landschaft und einer abenteuerlichen Heimfahrt in absoluter Dunkelheit.

Der Donnerstag zeigte sich wieder von seiner nebligen und regnerischen Seite. Helmut warnte per Telefon noch vor dem bevorstehenden Wintereinbruch. Ich meinte noch, dass am Freitagfrüh bestimmt alles schneeweiss ist. Hätte ich besser die Klappe gehalten.

Schnee rund um den Gardasee

Schnee rund um den Gardasee

Am Freitag waren die Berge rund um den See im oberen Drittel schneebedeckt. Wir entschlossen uns auf die Autobahn zu gehen und auf dem schnellsten Weg nach Hause zu fahren. Bis zum Brenner war das auch noch angenehm und warm. Aber dann kam die Kälte und der Schnee. Andere Motorradfahrer, die wir unterwegs sahen, freuten sich überschwenglich ein paar Leidensgenossen zu sehen. Kurz vor dem Arlbertunnel überholten wir noch ein Räumfahrzeug, das hätten wir besser auch nicht getan…..

Wir haben es aber geschafft und dabei tolle Eindrücke und Bilder gesammelt.

Getagged mit: , , , , , , , , , , , ,
Veröffentlicht unter Motorradtour, Reisebericht

Schreibe einen Kommentar

Anmelden um einen Kommentar abzugeben.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*