Oman 2010

Oman, ein Land, das kein Hype und etwas unbekannt ist. Bestimmt eine tolle Sache, aber eine lange Anfahrt. Es gibt aber die Möglichkeit ohne lange Anfahrt dort mit dem eigenen Motorrad zu fahren, dabei jemanden zu haben der sich um alles kümmert, und ein Begleitfahrzeug dass das Gepäck transportiert. Klaus Demel bietet so eine Tour an, er kümmert sich um den Transport des Motorrads von Deutschland in den Oman und zurück und organisiert und begleitet die Tour. All das klang interessant und so habe ich beschlossen dem Deutschen Winter im Dezember 2010 zu entfliehen und die Tour zu buchen.

Gefahrene Strecke

Bilder

Bericht

Tag 1 – Hinflug

Ein komisches Gefühl, auf eine Motorrad-Tour zu gehen bei -3 Grad, Eis und Schnee. Und dann nicht mal auf das Motorrad zu sitzen sondern erstmal in ein Flugzeug mit Helm unterm Arm. Der Flug mit Oman Air war super, die Einreise lief reibungslos. Am Flughafen Frankfurt traf ich bereits Claudia, Stefanie, Holger und Jürgen. In Muscat wurde unsere Gruppe dann komplett mit Katrin, Frank und Achim der das Begleitfahrzeug fuhr. Klaus hat uns am Flughafen abgeholt und ins Hotel gebracht. Ich hatte ein Zimmer mit Jürgen.

Tag 2 – 161 km (Muscat, Tiwi)

Piste in den Bergen Nord-Omans

Piste in den Bergen Nord-Omans

Nach einer viel zu kurzen Nacht ging es ins Lager zu den Mopeds.Nach dem alles verstaut, aufgetankt und fahrtüchtig war, fuhren wir los. Es ging in Richtung Süd-Osten parallel zur Küste. Es war eine schöne Mischung aus Piste und Straße. In einem Wadi hatten wir ein paar Wasserdurchfahrten.

Erste Nacht am Meer

Erste Nacht am Meer

Die Pisten waren gut zu fahren, teilweise ging es mit 80 km/h vorwärts. In den Bergen gab es ein paar nette Kurven und die Temperaturen lagen bei 25-30 Grad. Auf einem Stück war plötzlich der Asphalt weg, eigentlich sogar die ganze Straße. Es ging ein Stück durch die Pampa und aus dem Nichts direkt auf die Autobahn. Abends haben wir die Zelte am Strand direkt am Meer aufgebaut. Nun lasse ich mich vom Rauschen der Brandung in den Schlaf wiegen.

Tag 3 – 139 km (Wadi Tiwi)

Erste Nacht am Meer

Erste Nacht am Meer

Frühstück am Strand liegend, daran kann man sich gewöhnen. Aber es ging weiter, zuerst in das Wadi Tiwi. Im Wadi ging es den Berg hoch, mit steilen, engen und überhängenden Kehren, dass einem das Stilfser Joch wie eine Autobahn vorkommt, absolut genial.

Berge im Nord-Oman

Berge im Nord-Oman

Nach einem kurzen Stück Autobahn ging es auf einer Piste über die Berge. Es ging bis auf 2000m hoch. Zwischendurch gab es herrliche Blicke auf das Meer und in einen Canyon. Oben auf dem Berg hatte es angenehme 20 Grad. Die Piste war gut zu fahren, nur bergab merkte man das Gewicht der GS schon, sie hat ganz schön geschoben. Jetzt haben wir am Fuß der Berge auf 570m das Camp aufgeschlagen.

Tag 4 – 162 km

nasse Füße im Wadi

nasse Füße im Wadi

Heute gab es nasse Füße. Wir sind durch ein Wadi und hatten einige Wasserdurchfahrten. Teilweise war der Untergrund recht loser Schotter und die GS hat ganz schön angefangen zu wühlen. Ansonsten war es wieder eine Mischung aus Asphalt und Piste mit zum Teil weichen Boden. Nachdem es gestern Mittags ein Picknick gab, sind wir heute in einem Ort zum Essen gegangen. Abends sind wir eine kleine Piste ins nirgendwo, wo es nicht mal Handyempfang gab und haben das Camp aufgeschlagen.

Tag 5 – 82 km (Wadi Bani Khalid, Wahiba)

Wadi Bani Khalid

Wadi Bani Khalid

Heute war Waschtag. Wir sind ins Wadi Bani Khalid, einem Naturpool mit Süßwasser, und konnten nach 3 Tagen mal wieder dem ganzen Körper Wasser zuführen. Es gab sogar einen speziellen Reinigungsservice, die Füße wurden von den Fischen sauber geknabbert. Auf der Strecke wollte sich noch ein Omani mit mir und Motorrad fotografieren lassen. Nachmittags sind wir in der Wahiba Sands, die kleine Sandwüste, angekommen. Ich hab den Ratschlag von Klaus befolgt: „Luft nicht absenken, sondern ablassen.“ Trotzdem hab ich mit auf dem ersten Sandhügel bis auf die Schwinge eingegraben.

Sonnenuntergang in der Wahiba

Sonnenuntergang in der Wahiba

Kein Problem, Moped kurz umlegen, Sandloch auffüllen, Moped auf dem Zylinder in Richtung bergab gedreht und weiter. Das Auto saß auch bald fest. Das wieder frei zu schaufeln hat etwas länger gedauert.
Nachdem wir das Camp an einer Düne aufgebaut hatten, sind die, die Freude am Sand hatten noch in die Dünen gefahren.

Dünen surfen in der Wahiba

Dünen surfen in der Wahiba

Besonders Achim hatte auf der Husqvarna Spaß. Es war eine rießen Gaudi und hat selbst mit der GS Spaß gemacht. Eine Düne hab ich nicht geschafft und musste kurz vor dem Gipfel abdrehen und wieder runter. Bei einer war die Abfahrt so steil, dass ich mal kurz geschluckt habe. Auf der Ebene konnte man locker mit 50 km/h über den Sand surfen.
Am Abend bin ich noch auf eine Düne geklettert und hab den Sonnenuntergang genossen. Mit Achim und Jürgen saß ich dann noch lange bis in die Dunkelheit da oben bei Benzingesprächen.

 

Tag 6 – 331 km (Wahiba Küste)

Mittagessen im Restaurant

Mittagessen im Restaurant

Da wir uns nicht sicher waren, ob wir alle die 150 km auf Sand quer durch die Wahiba schaffen, entschieden wir uns die Straße außenrum zu nehmen. Da die Husqvarna von Holger die ganze Zeit Zicken gemacht hat und keiner so rechten Spaß daran hatte sie anzukicken, sie hatte keinen E-Starter, ließen wir sie in einem Hotel zurück. Holger und Stefanie wechselten sich auf der Beta von Stefanie ab, der andere ist bei Achim im Auto mitgefahren. Die erste Panne hatten wir schon nach wenigen km auf dem Weg von den Dünen zurück zur Strasse. Die XT von Frank hatte einen Platten, das Ventil vom Schlauch war abgerissen. Achim hatte den Schlauch schnell gewechselt und dann ging es los mit der langen Strassenettappe. Die Route führte uns zurück zum Meer und dann am Meer nach Süden. Die Landschaft war grandios. Links das Meer und rechts die Wüste mit Dünen und dann wieder total flachen Stücken. Mittags gab es einen Imbiss, u.a. sehr leckeren Fisch. Am Spätnachmittag sind wir von der Straße ab in die Pampa und haben das Camp aufgeschlagen.

Tag 7 – 278 km (Ras Madraka)

Ras Madraka

Ras Madraka

Heute war eine reine Asphaltettappe in den Süden. Lediglich eine kurze Piste zum Aussichtspunkt am Ras Madraka über dem Meer war dabei. Die Aussicht war fremdartig, wie auf einem anderen Planeten. Ich kam mir irgendwie vor wie im Film „Planet der Affen“. Wir sind dann noch runter ans Meer gefahren und haben am Strand das Camp aufgebaut.

Tag 8 – 397 km (Shuwaymiyah)

Klippen des Shuwaymiyah

Klippen des Shuwaymiyah

Heute ging es auf Asphalt weiter nach Süden, zumindest so lange bis die Straße keinen Asphalt mehr hatte. Aber auch auf der Piste kamen wir sehr schnell voran. Auch beim Mittagessen ging es sehr schnell, das Essen stand so schnell wie noch nie auf dem Tisch. Ob die wohl Feierabend machen wollten?

Wadi Shuwaymiyah

Wadi Shuwaymiyah

Am Nachmittag kamen wir an den Klippen des Shuwaymiyah an, ein 300 m hoher Felsabbruch mit einem tollen Ausblick auf das Meer. Wir fuhren runter zum Meer, folgten dem Felsabbruch und kamen auf einer Piste in einen unglaublich schönen Canyon, dem Wadi Shuwaymiyah. Die Fahrt durch den Canyon war atemberaubend, hier hätte ich gerne eine Helmkamera gehabt.Am Ende der Piste bauten wir das Camp im Canyon auf. In der Nachbarschaft war noch ein Paar aus der Gegend von Augsburg mit ihrem Landcruiser. Herta und Werner kamen aus dem Iran und wollen noch nach Saudi-Arabien, Sudan und quer durch Afrika.

Tag 9 – 416 km (Marmul, Weihrauchbäume, Salalah)

Wadi Shuwaymiyah

Wadi Shuwaymiyah

Bei der Fahrt raus aus dem Canyon haben wir an einer Oase gehalten. Dort gab es Tropfsteine und einen Teich mit schönem grünen Wasser. Zunächst ging es ein Stück auf Asphalt. Mit 25 Grad war es fast kalt. Auf einer extrem staubigen Piste ging es durch die Erdölfelder von Marmul.

Erdölfelder von Marmul

Erdölfelder von Marmul

Die restliche Ettappe ging auf Asphalt bis Salalah. Unterwegs hielten wir noch bei einem Feld mit Weihrauchbäumen. In einer kleinen Bergregion kurz vor der Küste wimmelte es von Kamelen. Die standen überall neben und auf der Straße. Und plötzlich kam ein Schild, das nicht vor Kamelen, sondern vor Kühen gewarnt hat. Und siehe da, da standen auch schon die ersten, es kamen richtige Heimatgefühle auf. Schließlich kamen wir am Hotel an, das direkt am Strand liegt. Nach einem kurzen Sprung ins Meer genoss ich die erste Dusche seit Tagen in vollen Zügen.

Tag 10 – 0 km (Ruhetag Salalah)

Heute war Ruhetag. Wir entspannten am Pool und pflegten die Motorräder. Am Nachmittag erfuhren wir von Frank, dass er die Reise abbrechen und nach Hause fliegen wird. Somit waren wir einer weniger.

Tag 11 – 345 km (Salalah, Rub Al Khali)

Piste in die Rub Al Khali

Piste in die Rub Al Khali

Ein langer Tag mit allen Variationen von Straßen. Nach dem Ruhetag war es schön wieder auf dem Moped zu sitzen. Es ging zum Teil auf Asphalt mit herrlichen Kurven die Berge hoch. Dann kamen die ersten 80 km Piste, die liefen noch ganz gut. Nach dem Mittagessen und einem kurzen Stück Asphalt kamen 70 km übelste Wellblechpiste wie wir sie bisher noch nicht erlebt haben. Die richtige Geschwindigkeit zum drübersurfen zu finden war nicht leicht.

Dünen der Rub Al Khali

Dünen der Rub Al Khali

Hier hatten wir auch den zweiten Platten auf der Tour. Es hat die Beta von Jürgen erwischt. Das wir in der Nähe zum Jemen sind, merkten wir auch daran, dass wir zwei militärische Checkpoints passieren mussten. Das lief aber völlig problemlos.Am Schluss hatten wir noch ein Stück abseits der Piste quer über total flachen Sand auf dem man es richtig fliegen lassen konnte. Bei den ersten Dünen bauten wir das Camp in einer totalen Stille auf. Es ist phantastisch hier.

Tag 12 – 47 km (Rub Al Khali)

Erstürmung der Dünen

Erstürmung der Dünen

Heute waren wir ausschließlich auf Sand unterwegs. Meist war er fest und gut befahrbar. Bis auf eine Stelle, da hab ich mich ganz bitter festgefahren. Mit der Hilfe von Achim und Steffi kam ich raus, nur um 3 m weiter wieder fest zu sitzen. Aber die Fahrt zwischen den Dünen hat viel Spaß gemacht.Ein Panorama wie in den Alpen, nur dass die Berge aus Sand sind.

Erstürmung der Dünen

Erstürmung der Dünen

An einer Düne haben wir versucht möglichst weit hoch zu kommen. Hier hat Achim gezeigt, was mit der GS so geht. Sein Kommentar: „Wenn man die Düne nicht hochkommt, liegt es nicht am Moped.“ Das Camp haben wir recht früh aufgebaut und den Mittag im Schatten verbracht. Nachmittags haben wir noch etwas in den Dünen gespielt. Eine Düne in der Nähe des Camps diente als Übungsberg den ich auch mit der GS bezwungen habe. Ich hab mich dann auch mal auf einer Beta versucht. Die ist zwar sehr handlich, aber aufgrund der geringen Leistung muss man die Dünen mit viel mehr Schwung anfahren als mit der GS.

Tag 13 – 127 km (Rub Al Khali)

Highway durch die Rub Al Khali

Highway durch die Rub Al Khali

Ein weiterer Tag im größten Sandkasten der Welt. So langsam hab ich ein gutes Gespür und bin gut und mit viel Spaß sogar durch die verspurten Weichsandpassagen durchgekommen. Stecken geblieben bin ich nicht.

Nur wäre es fast passiert, als vor mir im weichen Sand eine Beta immer langsamer wurde. Langsam geht mit der GS gar nicht.

festgefahren

festgefahren

Man muss Geschwindigkeit halten und kräftig mit dem Gas spielen, dann wühlt sie sich durch. Allerdings tänzelt sie dabei wie eine Gummiente auf dem Ozean. Richtig spannend ist es, wenn man sich zwischen den Dünen seinen eigenen Weg sucht oder kleinere Dünen überquert die auf der Rückseite richtig abbrechen. Der heutige Tag war komplett auf Sand. Wir sind noch ein Stück in die Rub rein gefahren und auf gleichem Weg wieder raus und haben am Rand der Rub in der Nähe des Vorletzten Platzes das Camp aufgeschlagen.

Tag 14 – 341 km (Shisr, Rub Al Khali)

Ausblick von der Düne

Ausblick von der Düne

Heute ging es erstmal raus aus der Rub, 170 km offroad. Zunächst auf gutem harten Sand, dann auf einer endlos langen, furchtbaren Holperpiste. Die hat überhaupt keinen Spaß gemacht. Nach 90 km auf Asphalt durch die Einöde nach Norden sind wir wieder in die Rub abgebogen. Hier war der Sand furchtbar weich. Wir sind in ein kleines Dünenfeld gefahren. Ich hab grad noch gesehen, wie bei Klaus hinter der Düne der Sand geflogen ist und bin auf dem Kamm stehen geblieben.

große Düne in der Rub Al Khali

große Düne in der Rub Al Khali

Klaus hat sich mit viel Mühe wieder rausgekämpft, bei mir ging nichts mehr. Achim hat geholfen die GS raus zuschieben. Ich hatte grad wieder festen Sand unter den Rädern und bin weiter gefahren, als das Vorderrad plötzlich in einem Stück weichen Sand wegsackte. Der weiche Sand war nicht zu erkennen, er sah genau so aus wie der andere. Mit einem beherztem Gas-Stoß bin ich durchgekommen. Am Fuße einer 70 m hohen Düne haben wir das Camp aufgebaut. Wir sind dann noch die Düne hochgeklettert und haben die unglaubliche Aussicht und den Sonnenuntergang genossen.

Tag 15 – 350 km

lange Strasse nach Norden am Rande der Rub

lange Strasse nach Norden am Rande der Rub

Heute war ein ereignisloser Tag mit vielen Kilometern auf einer total geraden Straße durch die Einöde. Zeit Geschichten zu erzählen, die am Rande passieren. Wir waren mal wieder an einem Checkpoint an dem wir kontrolliert wurden. Die Checkpoints sind komplett ausgerüstet, mit MG-Nestern und Tarnnetzen. Doch was die kontrollieren bleibt ein Rätsel. Die Soldaten schauen sich zwar den Reisepass an, wir haben dabei aber Helm und Sonnenbrille auf. Aber die Soldaten sind freundlich, wie so ziemlich alle anderen im Land. Die Motorräder scheinen auch besonders zu begeistern. Die Leute sprechen uns an, winken, hupen und strecken den Daumen nach oben. In der Rub hatten wir das besonders gemerkt, als zwei Geländewagen von der Piste abbogen um zu uns zu fahren. Die omanischen Männer und Kinder sind voller Begeisterung aus den Autos gesprungen um sich mit uns und den Mopeds zu fotografieren. Ein Highlight gab es heute doch. Ein Kamel mit Kopftuch, das hinten auf einem Pickup saß.

Tag 16 – 268 km (Jabreen Castle, Nizwa)

Heute hatten wir die Verbindungsettappe nach Nizwa. Unterwegs gab es noch ein Kulturprogramm, wir haben die Festung Jabreen besichtigt. Ansonsten ist das heutige Tageshighlight die Dusche im Hotel.

Tag 17 – 0 km (Ruhetag Nizwa)

Der Ruhetag war eine Mischung aus Power-Relaxing am Pool und Kulturprogramm. Wir haben die Festung von Nizwa besichtigt und waren im Souk. Der ist aber nicht so beeindruckend wie der Souk in Fes in Marokko da er in Nizwa doch recht modern ist. Das besondere Flair fehlt hier.

Tag 18 – 142 km (Nizwa, Al Hamrah, Jebel Shams)

Wadi Ghul

Wadi Ghul

Heute gab es wieder Kulturteil, bei Al Hamrah sind wir in ein Bergdorf mit Terrassenfeldern. Auf einer Piste ging es anschließend durch das Wadi Ghul in einen tiefen Canyon an dessen Ende wir mit Kaffee und Datteln verwöhnt wurden. Auf Asphalt mit schönen Kurven ging es zum Jebel Shams rauf. Es ging bis auf 2100 m und hatte nur noch magere 14 Grad. Von hier konnten wir in den Canyon runter schauen, in dem wir zuvor den Kaffee bekommen hatten. Aber die 14 Grad Mittagstemperatur sind nichts im Vergleich zu den Nachttemperaturen, die wir in unserem Camp auf 1900 m haben werden, es wird eine kalte Nacht. Selbst am Lagerfeuer musste ich mich immer drehen damit der Rücken nicht zu kalt wird.

Tag 19 – 125 km (Jebel Shams, Al Hamrah, Jebel Hat, Wadi Awf, Wadi Sahtan)

staubige Piste

staubige Piste

Der geneigte Leser wird sich nun fragen, wie kalt war die Nacht. Es sei so viel gesagt: Wir hatten Eis auf dem Wasser. Zunächst sind wir vom Jebel Shams runter gefahren und in Al Hamrah in ein Museum. Dabei handelte es sich um ein Privathaus, in dem gezeigt wurde, wie im Oman traditionell Brot gebacken, Kaffee gemacht oder Öl gewonnen wird. Ähnlich wie die Freiluftmuseen in Deutschland. Auf einer schön asphaltierten Straße mit tollen Kurven ging es dann den nächsten Berg hoch. Bergab gab es keinen Asphalt mehr und wir wurden mächtig eingestaubt. Die Piste war schön und teilweise anspruchsvoll. Sie schlängelte sich durch die Berge und führte uns u.a. zum Wadi Awf mit einem tollen Blick auf die Ortschaft in der Oase. Schon beeindruckend wenn man die ganze Zeit durch eine staubige und vertrocknete Berglandschaft fährt und dann plötzlich eine grüne Oase vor sich hat. Auf dem Weg zu unserem letzten Zelt-Lagerplatz sind wir noch über einen interessanten Untergrund gefahren. Weiche aber trotzdem griffige Steine die aussahen wie geheckseltes Holz.

Tag 20 – 219 km (Wadi Sahtan, Wadi Bani Hani, Muscat)

Wadi Bani Hani

Wadi Bani Hani

Zunächst ging es heute auf der staubigen Piste des Vortages vom Camp durch das Wadi zur Straße. Nach einem Stück Asphalt ging es zum letzten mal offroad durch das Wadi Bani Hani in dem eine Burg steht. Es gab einige recht harmlos aussehende Wasserdurchfahrten. Aber loses, weiches Geröll machte die Fahrt dann doch spannend. Es war wie das Diamantenfeld in Hechlingen und das durch Wasser. Einmal wollte die GS in einer Wasserdurchfahrt ihren eigenen Willen durchsetzen. Ich konnte sie gerade noch zähmen. Stellenweise konnte man es aber richtig laufen lassen, was sehr zu Lasten des Hinterreifens ging. Der sieht jetzt ziemlich fertig aus, für die letzten 150 km auf Asphalt nach Muscat aber egal.

Tag 21 – 18 km (Muscat, Heimflug)

Heute ist der letzte Tag. Wir sind noch zum Palast des Sultans gefahren. Anschließend haben wir die Mopeds grob gereinigt und haben sie ins Lager gebracht. Am Nachmittag war noch etwas abhängen angesagt und Abends gab es vor dem Heimflug noch ein Abschlussessen.

Fazit

Die Reise in den Oman war klasse und insbesondere offroad eine Offenbarung. Ich bin etwas mit Vorbehalte hin da ich zum einen befürchtet habe, dass die Omanis ähnlich aufdringlich sind wie die Ägypter. Zum anderen war das meine erste organisierte Motorradtour bei der ich einfach jemand fremden folgen musste. Beide Befürchtungen erwiesen sich aber als haltlos. Die Omanis sind sehr freundlich und zurückhaltend. Die Organisation durch Klaus war gut und wir hatten unterwegs auch noch die Möglichkeit auf den Streckenverlauf Einfluss zu nehmen. Als Selbstfahrer hätte ich bestimmt auch nicht so tolle Flecken gesehen und hätte mich mit bepackter Maschine auch deutlich schwerer getan. Auch was das offroad Fahren betrifft konnte ich mich auf der Tour weiter entwickeln. Die Strecke war gut mit der GS zu bewältigen, offroad Erfahrung und gute Beherrschung der Maschine ist aber ein absolutes Muss, sonst wird’s sehr hart. Also unterm Strich eine Reise die ich empfehlen kann, insbesondere wenn man mal etwas anderes erleben und sich um nichts kümmern will.

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