Pizza und Eis am Gardasee

Eine Ausfahrt für Pizza und Eis an den Gardasee. Auf dem Weg große, kleine und geschotterte Pässe in den Alpen. 4 Tage, 1580 km. Ein Bericht mit Bilder.

Die gefahrene Strecke


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Die Bilder von der Tour

Bericht

Ich hatte Lust bekommen auf ein Eis und eine Pizza aus meiner Lieblings-Eisdiele und meiner Lieblings-Pizzeria am Gardasee. Also bin ich spontan los gefahren.
Zunächst ging es über die Schwäbische Alb, vorbei an Biberach in das Allgäu. Durch Isny und Sonthofen fuhr ich ins Tannheimer Tal zum Haldensee.

Haldensee

Nachdem das Hahntenjoch gesperrt war, musste ich durch das Namlostal über den Fernpass. Aber was heißt hier ich musste. Das Namlostal ist eine wirklich schöne Motorradstrecke die Spaß macht. Das Wetter meinte es, trotz des schlechten Sommers 2012, gut mit mir, was so viel heißt wie es hat nicht geregnet. Wolken gab es genug und so war auf dem Fernpass die Sicht auf die Zugspitze auch versperrt.

Blick auf die Zugspitze

Nach dem Fernpass wollte ich Richtung Innsbruck und dann über Kühtai ins Ötztal. Nach einem kurzen Stück durch das Inntal habe ich umgedreht. Eine pechschwarze Wand war im Inntal und verhieß nichts gutes. So bin ich wenigstens noch bei  Haiming Richtung Kühtai hoch gefahren und habe die Kehren mitgenommen. Oben auf dem Berg wollte ich mir ein Quartier für die Nacht suchen, was gar nicht so einfach war, alles voll. In Au im Ötztal habe ich schließlich noch ein kleines Zimmer in einem Hotel für 41 Euro mit Frühstück bekommen. Gerade noch rechtzeitig, kaum eingecheckt fing es heftig an zu regnen und hörte die halbe Nacht nicht auf.

Morgens bin ich um 5:30 Uhr aufgewacht und es hatte strahlend blauen Himmel, klasse. Als ich um 7 Uhr aufgestanden bin, war es grau in grau, so ein Mist. Der Hotelbesitzer meinte noch, dass die Vorhersage nicht gut ist und es erst ab Bozen besser wird. Und er sollte Recht behalten. Über das Timmelsjoch war noch alles gut, abgesehen von den 12 Euro Maut.

Blick vom Timmelsjoch

Nach dem Pass überlegt ich noch, ob ich direkt Richtung Meran abbiegen soll. Aber ich wollte ja die Klassiker, in umgekehrter Richtung als auf unseren bisherigen Touren, fahren. Also ab Richtung Jaufen und Penser. Was für ein Sch…. Den Jaufen-Pass hoch fing es an zu regnen und das nicht zu knapp. Das Penserjoch hoch schüttete es wie aus Eimern. Ich dachte mir Augen zu und durch, hinter dem Pass wird es bestimmt besser, sollte ja ab Bozen so sein. Und tatsächlich, den Pass runter regnete es nicht mehr und unten im Tal kam die Sonne raus. Der Mendelpass war dann wieder Fahrspaß pur. Über den Molveno-See

Molveno-See

und dem Tenno-See

Tenno-See

fuhr ich schließlich nach Riva am Gardasee und gönnte mir das gewünschte Eis. Hier schien auch die Sonne und es hatte 30 Grad. Zum Tagesabschluss ging es noch ein Stück am See entlang und die Traumstrecke nach Pieve in Tremosine hoch. Hier befindet sich auch meine Lieblings-Pizzeria, allerdings habe ich in Pieve mit dem Hotel Paradiso ein Hotel mit einer klasse Terrasse (Schauderterrasse) über dem See mit irre Ausblick bezogen.

Schauderterrasse vom Hotel Paradiso

So zog ich es vor auf der Terrasse zu essen und die Aussicht zu genießen. Und siehe da für 15 Euro gab es Pizza, 1/4 l Rotwein, 1/2 l Wasser, Espresso und Tartuffo. Da kann man nicht meckern.

Abends gab es ein heftiges Gewitter und am nächsten Morgen zog es auch immer mehr zu. Ich fuhr zunächst über Tignale nach Süden und dann zum Idro See. Das sind irre, kleine Sträßchen die so was von Spaß machen. Und das sollte so bleiben. Vom Idro fuhr ich den Passo Maniva hoch. Auf einem Sträßchen das nicht auf meiner Karte war, aber auf dem Navi gut aus sah. Teilweise nur 1,5 m breit mit Kehren, tollen Aussichten und nicht geeignet für Supersportler.

Auffahrt zum Passo Maniva

Oben ging es durch einen kleinen Tunnel und entlang einer Steilwand.

Auffahrt zum Passo Maniva

Ich dachte noch, klasse, wie die Ligurische Grenzkammstrasse nur mit Asphalt. Grad zu Ende gedacht, war der Asphalt weg und es ging über Schotter und Steine.

Auffahrt zum Passo Maniva

Was für ein Spaß, leider war es neblig und nichts von der Landschaft zu sehen. Es folgte mit dem Crocce Domini ein weiterer Schotter-Pass, zumindest teilweise mit Schotter.
Da ich von Breno nicht durch das langweilige Tal  nach Norden zum Gavia fahren wollte, machte ich noch eine Schleife über den Passo Vivione. Den kannte ich noch nicht und ich war begeistert, ein weiterer Pass mit einer Strasse der kleinsten Kategorie.

Auffahrt zum Passo Vivione

Ein Stück musste ich dann doch noch durch das Tal und dann ging es über den Passo Gavia. Hier gab es die ersten Schauer und in Bormio habe ich die Idee noch nach Livigno zu fahren verworfen. Tief hängende und dunkle Wolken waren in diese Richtung zu sehen. Also ein letztes mal über das Stilfser Joch, bevor dort ab 2013 auch eine Maut fällig wird. Ich muss feststellen, die 48 Spitzkehren machen bergab nicht so viel Spaß wie bergauf, insbesondere nicht, wenn die Strasse nass ist.

Stilfser Joch

In Reschen am Reschensee habe ich schließlich übernachtet.

Bei ausgesprochen niedrigen Temperaturen fuhr ich über die Silvretta Hochalpenstrasse. Rentiert sich nicht, 11 Euro Maut, fast komplett auf 60 km/h beschränkt. Und dann von Westen zum Arlberg zu fahren war ganz langweilig. Über den Hochtannbergpass und Oberreute ging es schließlich zurück nach Deutschland. Der Heimweg führte mich wieder über die Schwäbische Alb wo ich noch einige Kurven und Kehren mitgenommen habe.

Diese Tour eignet sich ganz hervorragend für jeden, der über ein langes Wochenende tolle Kurven, kleine Strassen, etwas Schotter und leckeres Essen haben will.

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Veröffentlicht unter Motorradtour, Reisebericht

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