Trans-Nord-Amerika – von Alaska nach Florida

Von Anchorage nach Seattle

Blick auf Grönland

Blick auf Grönland

Am 2. August 2012 landeten wir bei bestem Wetter in Anchorage. Auf dem Flug hatten wir einen traumhaften Blick auf die Gletscher Grönlands, ein Blick, der uns einen Vorgeschmack auf das bot, was uns auf dieser Reise erwarten würde. Eine Reise von Alaska nach Florida, quer durch den Nord-Amerikanischen Kontinent mit Motorrad, Zelt und Zeit.

Am Flughafen lernten wir zwei Jungs aus Österreich kennen, die mit dem Auto nach Feuerland fahren wollten. Wir teilten uns ein Taxi und fuhren zum Hotel. Dort viel uns die Besitzerin mit den Worten „Endlich seid Ihr zu Hause“ um den Hals. Das ist mal eine nette Begrüßung. Am nächsten Tag gingen wir erst Julias Mietmotorrad holen und fuhren dann zu DHL um mein Motorrad abzuholen. Tja, und hier kam es anders als gedacht und ich bekam mein Motorrad zunächst nicht, aber das ist eine eigene Geschichte. So beschlossen wir auf einem Motorrad, über das Wochenende, nach Süden in die Küstenstadt Seward zu fahren.

Orca Schule

Orca Schule

Das Küstenwetter war nicht ganz so gut, aber es erschien uns typisch für Alaska und war der passende Rahmen für unsere Aktionen. Wir schauten uns den Hafen an, in dem Lachs verarbeitet wurde, besuchten Seaworld und machten eine Boots-Tour in die Kenai Fjords. Um das auf dieser Tour erlebte zu beschreiben, fehlen die Worte. Vor der Kulisse einer irren und bergigen Küstenlandschaft, sahen wir Seeadler, Unmengen von Möwen, Seelöwen, Orcas, Delphine, Wale, Puffins, Seehunde, einen Schwarzbär und Gletscher. Mit tief in die Seele eingebrannten Erlebnissen und vielen Bildern kehrten wir zurück nach Anchorage in das gleiche Hotel in dem wir schon zuvor waren.

Die Geschichte mit meinem Motorrad und dem Zoll ging weiter, was uns Gelegenheit gab die Familie der Hotelbesitzerin kennenzulernen und Anchorage anzuschauen. Allerdings gibt es nicht viel zu sehen. Es ist eine überschaubare Stadt mit einigen Souvenir Läden. Im Outdoor Shop rüsteten wir uns noch mit Bärenspray aus, das sollte beim Wandern und Campen immer griffbereit sein.

Glenn Highway

Glenn Highway

Als ich endlich mein Motorrad in Empfang nehmen konnte, machten wir uns über den Glenn Highway auf in Richtung Nord-Osten. Highway, das klingt nach Autobahn, ist es aber mitnichten. Auf einer Landstraße fuhren wir durch eine traumhaft schöne Landschaft, die ab Palmer einfach nur noch Wildnis war. Flüsse, Berge, Wälder, ein Landschaftsbild, das uns noch die nächsten Wochen begleiten sollte. Wir passierten den Matanuska Gletscher, es sollte nicht der letzte sein, und schlugen an der Sheep Mtn. Lodge zum ersten mal unser Zelt auf. Zu unserer Überraschung kostete das Campen nichts: „Feel free, enjoy your stay and just pay for the shower“. Na das ist doch klasse und wenn wir schon nicht die gemütlichen Blockhütten der Lodge nutzten, so doch wenigstens das Restaurant. Wir wurden mit leckerem Lachs verwöhnt und schlüpften nach dieser kulinarischen Befriedigung in unsere Schlafsäcke. Am folgenden Tag zog uns die Wildnis von Alaska weiter in ihren Bann. Motorradtechnisch keine Herausforderung, da es meist geradeaus geht, dafür wurde das Auge umso mehr verwöhnt und speicherte das Gesehene direkt im Herzen.

Pause am Denali Hwy

Pause am Denali Hwy

Es ging weiter nach Norden, in Paxson bogen wir nach Westen auf den Denali Highway ab. Eine Strecke, auf die ich mich schon sehr gefreut hatte. 200km Schotterpiste, entlang der Bergkette des Alaska Range. Keine Ortschaften, nur Wildnis. Bei einer Kaffee-Pause sahen wir etwas Rotes im Fluss, Lachse. Zur Sicherheit packten wir das Bärenspray aus, man weiß ja nie wer noch so vorbei kommt. Auf einem National Campground verbrachten wir eine windige Nacht und lernten die Vorzüge dieser staatlichen Campgrounds kennen. An jeder Site gibt es einen Tisch mit Bänken und eine Feuerstelle. Zudem Frischwasser, ein Plumsklo und Feuerholz. Das Ganze für 7 $, zuzüglich Feuerholz, inklusive dem Gefühl wild zu campen. Wann immer möglich nutzen wir diese Übernachtungsmöglichkeiten.

Denali Highway

Denali Highway

Der Denali Highway war gut präpariert und relativ einfach zu fahren, trotz der vielen Schlaglöcher. Nur auf einem Teilstück war der Schotter recht weich. Es ist wenig los, jeder grüßt oder hält an um zu fragen, ob man Hilfe benötigt, wenn man am Wegesrand steht. Diese Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sollten wir noch auf unserer gesamten Reise erleben. Die Landschaft bot eine unglaubliche Kulisse. Wir befanden uns an der Grenze zur Tundra, die Bäume wurden kleiner und  weniger, im Hintergrund die schneebedeckten Berge und Gletscher. Als wir uns einen Kaffee irgendwo im nirgendwo kochten, stellten wir fest, dass es kein besseres Kaffee geben kann und waren froh, dass hier noch niemand eine Bar hin gebaut hat.

Denali NP

Denali NP

Schließlich erreichten wir den Denali Nationalpark. Leider waren alle Campgrounds im Park schon belegt und wir mussten auf einen RV Park außerhalb des Nationalparks. Zwischen den großen Wohnmobilen zu liegen war schon ein heftiger Gegensatz zur Wildnis vorher. Da die Straße in den Park für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist, buchten wir eine Bustour. Das war auch gut so, denn viele Augen sehen mehr, insbesondere die der Fahrerin. So bekamen wir Grizzlys, Karibus, Dall Sheets und einen Wolf vor die Linse. Das ein oder andere Tier hätten wir wohl nicht gesehen, wenn wir mit dem Motorrad durch den Park gefahren wären. Um die Wildnis haut nah erleben zu können machten wir noch eine Wanderung. Den Mt. McKinley bekamen wir nicht zu sehen, es war zu bewölkt. Das war der Preis für die vielen Tiere, die wir sahen. Denn die kommen nur raus, wenn es bewölkt ist. Ein Ranger erzählte uns ganz stolz, dass es noch nie einen Zwischenfall zwischen Bären und Menschen im Park gab. Wer als Backpacker im Park unterwegs sein will, bekommt vorher eine Einweisung von den Rangern. Leider erhielten wir 2 Wochen später eine Mail von meiner Mutter, dass es einen tödlichen Zwischenfall zwischen einem Grizzly und einem Menschen gegeben hat. Wie sich heraus stellte, hat der Mensch sich nicht an die Regeln gehalten.

Elch

Elch

Für uns ging es weiter nach Norden zu den Chena Hot Springs. In Fairbanks hatten wir unglaubliche 30 Grad Celsius. Wir wurden gewarnt, dass es auf der Straße von Fairbanks nach Chena viele Elche und öfters Unfälle gibt. Und prompt sahen wir auch bald, voller Begeisterung, den ersten Elch. Chena Hot Springs war dafür eine Enttäuschung. Ich hatte mit heißen Quellen in der Wildnis gerechnet, aber es war ein Touri Ort, mit einem Hotel und einem Schwimmbad. Immerhin hat das heiße Wasser den, vom Campen doch etwas verspannten Muskeln, gut getan.

North Pole

North Pole

Über den Alaska Highway fuhren wir nach Süden. Hier klärte sich ein Missverständnis auf. In Anchorage wurden wir gefragt, ob wir auch nach North Pole fahren. Ich meinte, nein, so weit nach Norden fahren wir nicht und hab mich noch gefragt, wie die sich das vorstellen mit dem Motorrad. Und plötzlich standen wir, südlich von Fairbanks, am Ortsschild von North Pole. Hier ist der Amerikanische Weihnachtsmann zu Hause, das Gegenstück also zu Rovaniemi in Finnland. Entlang des Tanana Rivers wurden wir wieder mit traumhaften Flusslandschaften verwöhnt. Ein wilder, ungezähmter Fluss, der sich frei seinen Weg sucht und viele Inseln umschließt.  Hier hatten wir aber auch die ersten Begegnungen mit Stechmücken. Das Thema Stechmücken sollte sich aber auf der ganzen Reise in Grenzen halten und ich hatte nur dreimal mit den Viechern Probleme. Südlich von Delta Junction geht der Alaska Highway auf einer Strecke von fast 60 km nur gerade aus und zwar kerzengerade, nicht eine kleine Biegung. Das war schon eine harte Prüfung mit dem Motorrad.

Schwaben-Treffen

Schwaben-Treffen

Östlich von Tok bogen wir wieder nach Norden, auf den Taylor Highway, zur Kanadischen Grenze ab. Auf der Strecke vielen uns große Gebiete abgebrannten Waldes auf, verkohlte Baumstämme, so weit das Auge reichte. Kurz vor Chicken war es mit dem Asphalt vorbei. Chicken ist eine alte Goldgräber Stadt, außer einer großen alten Schürfmaschine gibt es nicht viel zu sehen. Aber wir trafen die beiden Österreicher wieder, die wir am Flughafen in Anchorage getroffen hatten. Und dann trafen wir noch Kati und Jens aus dem Schwabenland, die mit Ihren Motorrädern auf Weltreise sind. Wir gingen zusammen auf einen Campground und tauschten am Lagerfeuer Geschichten aus.

Ankunft im Yukon

Ankunft im Yukon

Am nächsten Tag ging es über einen sehr kleinen Grenzübergang, völlig problemlos, nach Kanada und in eine neue Zeitzone. Wir waren im Yukon, ein klangvoller Name, eine Natur, die uns noch sehr in ihren Bann ziehen sollte. 70.000 Elche, 35.000 Menschen, davon alleine in der Hauptstadt Whitehorse 28.000 und das auf einer Fläche größer als Deutschland, Belgien, Dänemark und Niederlande zusammen. Auf einem weiteren Highlight, auf das ich mich gefreut hatte, fuhren wir nach Dawson City, dem Top oft the World Highway. Diese Straße trägt ihren Namen zu Recht. Weiter in den Norden führen nur noch Stichstraßen. Wir fuhren teilweise auf Schotterpiste durch absolute Wildnis, meist oben auf dem Grad der Berge. Auf den 100 km bis Dawson City gab es nichts, nur Natur pur. Eine Fähre brachte uns über den Yukon River in die Stadt. Dawson City, eine Western Stadt wie aus dem Bilderbuch. Bunte Holzhäuser, staubige Straßen, holzbeplankte Gehwege. Aber im Umland auch furchtbare Naturzerstörungen aus der Zeit der Goldgräber.

Dawson City

Dawson City

Nach dem wir uns Dawson City bei strahlend blauem Himmel angeschaut hatten, ging es auf dem Klondike Highway weiter nach Süden in Richtung Whitehorse. Wir waren gefesselt von dieser unberührten Natur des Yukon. Wir fuhren durch den ewigen Wald. Bäume, Bäume, nur unterbrochen durch Flüsse und Seen. Eigentlich hört sich das langweilig an, aber die Faszination, dieser von Menschenhand unberührten Welt, ist unbeschreiblich, man kann fast von Magie sprechen. Auch in Kanada gibt es staatliche Campgrounds mit Tisch, Bänken, Feuerstelle an jeder Site und Plumsklo auf dem Platz für wenig Geld. Und auch hier mit dem Gefühl wild zu campen, da alles naturbelassen ist. Der Unterschied zu USA ist, dass weniger Chemie eingesetzt wird und die Klos dadurch etwas unangenehmer sind. Und das Feuerholz ist umsonst, dafür ist es nicht gespalten. In Whitehorse haben wir uns deshalb erst mal eine Axt gekauft.

Natur pur im Yukon

Natur pur im Yukon

Ansonsten war die Hauptstadt des Yukon eher ein Schock. Mehrere Häuser an einem Fleck  und Autos die in einer Reihe an Ampeln stehen. Das war nach dem Naturerlebnis zu viel. Auch wenn es im Vergleich zu deutschen Städten immer noch wenig war. Wir schauten uns die Fischleiter an, mit deren Hilfe die Lachse am Kraftwerk vorbei den Fluss hinauf schwimmen können. Im Tourist Information holten wir uns lokale Karten mit Campingplätzen und informierten uns über Kanu Touren auf dem Yukon. Die Tourist Informations sind die perfekte Anlaufstelle um lokale Karten, Informationen über Übernachtungsmöglichkeiten und Straßenzustände zu bekommen. Allerdings waren die Wetterausichten nicht gut und der Campground im Ort bei weitem nicht so schön wie die staatlichen in der Natur. So fuhren wir schnell weiter in Richtung Süd-Osten auf dem Alaska Highway nach Watson Lake.

Wäsche waschen

Wäsche waschen

Draußen in der Natur fühlte sich das Leben wieder besser an. Alltägliche Dinge wie Holzhacken, Wäsche waschen und kochen werden zum besonderen Erlebnis. Auch unsere Freunde, die Squirrels, waren auf den Campgrounds immer in unserer Nähe. Wir sehen diese kleinen Tiere als die wahren Herrscher in diesen Wäldern an. Kurz vor Watson Lake bogen wir ab nach Süden auf den Cassiar Highway. Wer hätte gedacht, dass das bisherige Naturschauspiel noch eine Steigerung haben kann. Aber der Cassiar Highway legte noch mal eins drauf. Neben Wald, Flüsse und Seen, kamen jetzt noch schneebedeckte Berge dazu. Und nach wie vor alles völlig unberührt. Ganz zu schweigen von den Schwarzbären, die wir hin und wieder gesehen haben. Man muss schon sehr lange fahren um mal wieder eine Behausung zu sehen.

 

Cassiar Highway

Cassiar Highway

Am Meziadin Junction lernten wir zwei Jungs kennen, die mit ihrem Kaktus nach Alaska umzogen. Wir hatten viel zu lachen, mit Tipps, Cookies und Muffins im Gepäck bogen wir ab und fuhren nach Stewart. Die Straße ist mit vielen Gletschern gesäumt und führt durch eine beeindruckende Berglandschaft. Stewart liegt am Ende des Portland Canals an der Grenze zu Alaska und ist ein verschlafener kleiner Ort. Leider war das Küstenwetter wieder nicht ganz so gut und wir bezogen ein Hotel. Das Highlight liegt allerdings auf der amerikanischen Seite, in Alaska, ein Stück nach Hyder, das noch kleiner und verschlafender ist als Stewart. Das Bear Observation Deck, ein Holzsteg, der ca. 3 m oberhalb von einem Fluss liegt, in dem die Lachse laichen. Hier kommen regelmäßig Bären vorbei um sich den Bauch voll zu schlagen.

Grizzly mit Lachs

Grizzly mit Lachs

Es war Lachs-Saison und das flache, glasklare Wasser war voll mit Lachse. Wir dachten noch, Mensch, die kann man ja mit der Hand fangen. Da die Lachse nach dem laichen sterben lagen auch überall tote Lachse und es roch entsprechend. Es dauerte nicht lange, bis ein Grizzly kam. Es war überaus beeindruckend, diesem Tier, in seinem natürlichen Lebensraum so nahe zu sein. Zunächst fraß er etwas Grünzeug und versuchte dann einen Lachs zu fangen. Das Nahrungsüberangebot war seinen trägen Bewegungen anzumerken. Also begnügte er sich mit Fertignahrung und knapperte einen toten Lachs an. Und plötzlich hatte er doch einen frischen, lebendigen Lachs in den Klauen. Es wirkte fast, als wenn er versehentlich auf diesen getreten wäre. Aber auch davon fraß er nur das Beste und überließ den Rest den Möwen.

Salmon Glacier

Salmon Glacier

Wir fragten einen Bauarbeiter, der an der Straße direkt am Fluss arbeitete, ob er denn keine Angst hätte wegen der Bären. Er meinte nur: „Darüber reden wir nicht“. Aber er hatte Bärenspray dabei. Am Observation Deck lernten wir noch Cindy und Bill aus Florida kennen. Sie waren mit dem Wohnmobil unterwegs und hatten ihre BMW Motorräder auf einem Hänger dabei. Die beiden gaben mir ihre Kontaktdaten und luden mich ein, nach meiner Ankunft in Florida bei ihnen zu Hause vorbei zu kommen. Wir sollten uns aber schon früher wieder sehen.

Auch wenn ich noch Stunden am Observation Deck hätte verbringen können, fuhren wir die Straße weiter zum Salmon Glacier. Sie war übersäht mit Schlaglöchern, aber der Blick auf den Gletscher entlohnte jede Mühe. Wegen der tief hängenden Wolken konnten wir jedoch nicht ganz nach oben fahren, nahmen aber weitere phantastische Eindrücke von diesem wilden Land mit.

Camping am Frazer River

Camping am Frazer River

Auf dem weiteren Weg nach Süden über den Cassiar Highway hatten wir zum ersten mal richtig viel Regen. In New Hazelton gingen wir in ein Motel und schauten uns am nächsten Tag ein Indianerdorf an. In Smithers fanden wir auch endlich wieder Gaskartuschen, die zu unserem Gasbrenner passten und kauften gleich zwei. Auf dem Weg nach Prince George kamen wir auch zum ersten mal durch landwirtschaftlich genutzte Gebiete. Etwas Wehmut und Sehnsucht nach dem Yukon machte sich in mir breit. Südlich von Prince George fanden wir einen Campingplatz direkt am Fraser River, der durch Gerry betrieben wurde. Gerry ist 1961 aus Deutschland ausgewandert und freute sich über den deutschen Besuch. Er kam immer wieder bei uns vorbei um Feuerholz zu bringen oder ein Schwätzchen zu halten. Zum Abschied schenkte er Julia noch eine Blume, die er aus Holz geschnitzt hatte. Gerry, wir hoffen, dass es Dir gut geht.

 

Fraser Canyon

Fraser Canyon

Es ging immer weiter nach Süden, durch Farmland, den Fraser Canyon, hinein in die Berge bis nach Whistler. Ein Skiort wie in der Schweiz und berühmt durch seinen Mountainbike Park. Es juckte mich mächtig in den Fingern, aber die Kosten für das Ausleihen der Ausrüstung und die Verletzungsgefahr hielten mich davon ab, mit dem Mountainbike den Berg runter zu donnern. Kurz vor Vancouver setzten wir mit der Fähre nach Vancouver Island über.

Tofino

Tofino

Hier lernten wir noch zwei Kanadier kennen, die mit einer GS unterwegs waren. Sie gaben uns wertvolle Tipps für Vancouver Island. Eine Insel wie ich sie in Kanada nicht erwartet hätte. Berge, Regenwald, traumhafte Strände und tolle Wellen. Wir fuhren an die Westküste nach Tofino. Ein unheimlich schöner und gemütlicher Ort und ein Surfer-Paradies dazu. Es waren einige alte VW Busse mit Surfbrettern unterwegs. Wir machten eine Seekajak Tour, legten uns am Long Beach an den Strand, wanderten etwas durch den Regenwald und hatten Urlaub im Urlaub. Ich musste mir immer wieder bewusst machen, dass wir nicht in der Südsee sind, sondern in Kanada. Direkt am Strand stand ein Haus zum Verkauf. Wir machten uns ernsthafte Gedanken wie es wäre hier her auszuwandern. Julia würde eine Boutique mit Nespresso Bar aufmachen und ich als ITler kann ja überall arbeiten, wo es Internet gibt.

Abendstimmung

Abendstimmung

Nach 3 Tagen ging es für uns leider weiter nach Victoria, very british ist alles was mir dazu einfällt, aber sehr nett. Mit der Fähre setzten wir über in die USA nach Port Angeles. Der Grenzübergang war völlig problemlos. Wir fuhren nach Westen an die Pazifik Küste und landeten in Forks, dem Hollywood des Nordens. Bekannt durch die Twilight-Saga wurden hier auch John Wayne Filme, Rambo und Jurassic Park  gedreht. Wir hatten traumhaftes Wetter, aber 2 Kilometer vor der Küste fuhren wir in eine Nebelwand. Der Strand wirkte geradezu unheimlich und gespenstig bei dem Nebel, passend zur Vampir Saga. Kaum weg von der Küste war wieder super Wetter. Die Nacht wollten wir auf einem Campground am See verbringen, allerdings war alles voll. Als ich den HOST fragte, ob noch etwas frei sei, meinte er kein Problem. Wir sollen unser Zelt irgendwo aufstellen, wo es uns gefällt. Die Leute sollen hier Spaß haben und nicht durch Formalien genervt werden. So stellten wir das Zelt direkt am Ufer des Sees auf. Es sollte unsere letzte gemeinsame Camping-Nacht sein. Ein wunderschöner Sonnenuntergang war die passende Kulisse.

Schluss endlich kamen wir in Seattle an. Was für ein Schock, aus der Wildnis auf 8 spurige Straßen mitten durch Hochhäuser. Wir schauten uns die Stadt an und brachten mein Motorrad zu einem BMW Händler für Reifen- und Ölwechsel. Und dann kam der Abschied, ich musste Julia zum Flughafen bringen, sie flog nach Hause und für mich ging die Reise alleine weiter.


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Veröffentlicht unter Motorradtour, Reisebericht, Trans-Nord-Amerika
2 Kommentare auf “Trans-Nord-Amerika – von Alaska nach Florida
  1. avatar Uwe Fitterer sagt:

    Hi Marco,
    haben uns Deine wunderschönen Bilder bei dem nervigen Regenwetter angeschaut und wurden doch sehr erheitert.
    Einfach wunderbar !

    Gruß Uwe und Jutta Fitterer

  2. avatar Thomas sagt:

    Das ist das wo von ich immer Träume.Aber es ist so Bequem in Deutschland, und seine Fesseln bekommt man so leicht auch nicht los.
    Respekt zolle ich euch beiden!

    Gruss
    Thomas PS: Der kein Mut hat

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