Vorbereitung Weltreise

Die Vorbereitung der Weltreise 2012. Wie läuft diese ab, zumindest im Groben…

Von der Idee bis zur Umsetzung gibt es doch so manches zu tun. Man könnte auch, gemäß dem Motto von dem ein oder anderen, einfach losfahren. Das geht bestimmt, aber man muss dann in Kauf nehmen an einer Grenze mehrere Wochen zu stehen oder wieder umdrehen zu müssen. Alles genau durch zu planen ist auch nicht meine Sache, da dann die Flexibilität fehlt und ich immer das Gefühl hätte einem Plan hinterher zu laufen. Dabei würde ich mich nicht frei fühlen sondern gefangen und gehetzt. So habe ich den Weg dazwischen gewählt, einige Eckpunkte festgelegt und beschlossen den Rest auf mich zukommen zu lassen. Aber der Reihe nach.

Anfangs hatte ich auch nur den Gedanken „man könnte mal“. Patrick gab mir dann den Tipp „lege einen Termin fest und erzähl es jedem, dann kommst Du aus der Sache nicht mehr raus“. So wählte ich das Jahr meines 40. Geburtstages und beschloss diesen in der Mongolischen Steppe zu verbringen. Mit den ersten Vorbereitungen begann ich ein Jahr vor meinem Geburtstag.

Weltkarte

Weltkarte

Zunächst überlegte ich, wo ich hinfahren will und durch welche Länder ich reisen wollte. Florida, mit dem Vorhaben dort zu schnorcheln, wurde das Ziel und es sollte Kurs Ost werden. Kurs Ost, schon oft von anderen gemacht und von mir gelesen. Meine ursprüngliche Idee durch den Iran und Turkmenistan zu fahren habe ich verworfen, was angesichts der aktuellen politischen Lage bestimmt kein Fehler ist. Schließlich legte ich die Länder, eine grobe Route und zwei Eckpfeiler fest: im Juni, an meinem Geburtstag, in der Mongolei sein und spätestens Mitte August aus Alaska raus sein, bevor der Winter kommt. Davon ausgehend rückwärts gerechnet stand Mitte April als Abreisedatum fest.

Mit einer Präsentation machte ich mich auf die Suche nach Sponsoren, Touratech erklärte sich nach einem Gespräch auch gleich bereit die Reise zu unterstützen. Dann kam die erste konkrete Handlung, ich kaufte mir eine gebrauchte F 800 GS als Reisemotorrad. Danach ging der Einkaufswahn erst richtig los. Es gab zunächst eine lange Liste an Teilen, die ich noch am Motorrad verbauen wollte. Dabei hat mich Touratech sehr gut und ohne Gedanken an Umsatz beraten, es wurden sogar Teile von meiner Liste gestrichen die nicht wirklich nötig sind. Nachdem die Teile von Touratech verbaut waren, stand im Oktober, als Generalprobe, eine Tour mit viel Offroad durch Frankreich an. Die 800er musste dabei ganz schön leiden, aber Ralf Schäufele hat sie wieder auf Vordermann gebracht.

Planung

Planung

Während an der Hardware gearbeitet wurde, habe ich Informationen und Reiseführer über die Zielländer gewälzt. So wurden weitere Eckpfeiler der Reise festgelegt. Dabei ging ich vom Groben ins Feine. Zunächst der Überblick auf einer Weltkarte, dann der nähere Blick auf Übersichtskarten der einzelnen Länder. Hier kam auch die erste Ernüchterung. Ich habe die Highlights aus dem Mongolei Reiseführer in der Karte markiert und miteinander verbunden. Die daraus resultierende Strecke war zu lang um das zu schaffen. Ich musste also anfangen zu streichen. Die grobe Planung finalisierte ich schließlich im Routenplaner um die Eckpunkte im Navi zu haben.

Als meine Freundin Julia beschloss mich von Anchorage bis Seattle zu begleiten und dabei selbst zu fahren mussten wir für sie auch noch ein paar Vorbereitungen treffen. Den Flug zu buchen war noch das einfachste und damit standen zwei weitere Meilensteine meiner Reise fest. Die spannendere Frage war, wie kommt sie an ein Motorrad. Zur Wahl stand mieten, kaufen oder das eigene von Deutschland verschicken. Kaufen viel wegen des Aufwandes weg, die dafür benötigte Zeit verbringen wir lieber auf der Piste. Nachdem wir von MotoQuest ein sehr gutes Angebot zum mieten bekommen haben, haben wir uns für diese stressfreie Variante entschieden.

Anfang 2012 ging es dann in den Endspurt mit den Vorbereitungen. Ein wesentlicher Punkt ist das Outdoor Equipment. Diesbezüglich haben Julia und ich ordentlich eingekauft. Vom Schlafsack bis zur Funktionswäsche war alles auf dem Einkaufszettel.

Visumpoint fing an die Visas zu beantragen. Dabei ist es wichtig die Ein- und Ausreise Datümer überlappend festzulegen. So ist man flexibler und muss nicht zu einer bestimmten Zeit am Grenzübergang sein.

Reifenwechsel

Reifenwechsel

Und dann ist da noch das Thema Reifenwechsel. Ein Platten ist nicht ausgeschlossen und jeder Reisende sollte darauf vorbereitet sein. So kam es, dass ich im Wohnzimmer fleissig Reifenwechsel übte. Die ersten Versuche hatten auch prompt einen kaputten Schlauch zur Folge. Dank Ralf Schäufele weiss ich jetzt auch wie ich effizienter die Räder ausbaue als es im Handbuch beschrieben ist.

Ein kritisches Thema ist der Transport des Motorrades von Asien nach Amerika und von Amerika nach Deutschland. Um nicht zu viel Zeit auf der Reise zu verlieren, schaue ich jetzt schon nach Kontakten und kläre die Möglichkeiten. Buchen werde ich noch nicht um flexibler zu bleiben. Wenn ich aber jetzt schon weiss, an wen ich mich vor Ort wenden kann und ich angekündigt bin, sollte das kein Problem sein.

Nachdem die ersten Kontakte nicht erfolgreich waren stehe ich nun mit DHL in Kontakt. DHL hat einen eigenen Bereich für den Motorradtransport. DHL macht den Transport von Seoul nach Anchorage und von Florida nach Deutschland. Es wird ein rundum Service geboten. Von Bearbeitung der Dokumente, über Verpackung bis zum Transport. Preislich ist es ok, mein Ansprechpartner hier in Deutschland reagiert schnell auf Mails und mit nur 10 Tagen Vorlauf habe ich auch noch genug Flexibilitä.

Basecamp im Wohnzimmer

Basecamp im Wohnzimmer

Jetzt bin ich dabei die ToDo Liste abzuarbeiten und das Basecamp in meinem Wohnzimmer wird immer größer. Einen besonderen Dank möchte ich auch noch mal an all die Menschen aussprechen, die ich bei der Vorbereitung kennengelernt habe und die mir eine große Hilfe waren.

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